Update: Mit unserem kostenlosen online Coaching Tool können Sie Ihre Flugangst in 10 Schritten deutlich abschwächen. Jetzt anonym teilnehmen.

Epilepsie Anfall beim FliegenViele Menschen mit Flugangst befürchten, dass sie während des Flugs die Kontrolle verlieren, dass sie dabei von allen anderen Flugreisenden beobachtet werden und selbst hilflos sind. Ein solcher Zustand kann z. B. durch einen epileptischen Anfall entstehen. 

Die Epilepsie wird im Volksmund als Fallsucht bezeichnet. Das Krampfleiden wird durch eine Fehlfunktion im Gehirn verursacht, bei dem sich Nervenzellen plötzlich und synchron entladen.

Wer erkrankt an Epilepsie?

Die Epilepsie ist eine der häufigsten Störungen des Gehirns.

  • ca. 0,7 % der Weltbevölkerung leiden an Epilepsie
  • 500.000 Menschen sind in Deutschland an Epilepsie erkrankt
  • Kinder und Senioren sind besonders gefährdet
  • 10% aller Menschen erleiden einmal im Leben einen Anfall

Auslöser für Epilepsie

Es ist noch nicht vollständig geklärt, was die Erkrankung auslöst. Folgende Formen sind bekannt:

  • Genetisch bedingte Epilepsie
  • Metabolische Epilepsie
  • Idiopathische Epilepsie

Bei der genetischen Epilepsie gibt es in der Familie bereits einen oder mehrere Fälle. Möglicherweise kann diese Form der Erkrankung aber auch als Folge von Umwelteinflüssen entstehen.

Die metabolische oder strukturelle Epilepsie

Diese Form der Epilepsie wird durch Schäden am zentralen Nervensystem ausgelöst. Dazu gehören:

  • angeborene Fehlbildungen
  • Schlaganfall
  • Tumore
  • Hirnhautentzündung
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Vergiftungen

Bei dieser Form der Epilepsie zeigt sich, dass das Risiko einer „Fallsucht“ nie ganz ausgeschlossen werden kann.

Ideopathische Epilepsie

Bei der idiopathischen Epilepsie ist der Auslöser ungeklärt. Davon sind etwa 40% aller Epileptiker betroffen.

Dürfen Epileptiker vom Flug ausgeschlossen werden?

Auch Epileptiker reisen mit dem Flugzeug. Es ist aber verständlich, dass die Angst mitfliegt. Schließlich ist der Anfall nicht immer aufzuhalten und stellt während des Fluges eine sehr unangenehme Situation dar. Grundsätzlich sind Epileptiker nicht von Flugreisen ausgeschlossen. Das kann allerdings in sehr schweren Fällen anders sein, denn dann kann die Fluggesellschaft eine kundige Begleitperson verlangen. Das sollte in jedem Fall vor dem Flug geklärt werden. Im Zweifel muss der behandelnde Arzt ein entsprechendes Schreiben aufsetzen, wenn er eine Begleitperson

für überflüssig hält.

Anfallsfrei fliegen

Wenn Sie als Betroffener einen Flug planen und schon lange keinen Anfall mehr hatten und angstfrei sind, gibt es keine Argumente gegen einen Flug. Wichtig ist aber, dass Sie den Auslöser Ihrer Anfälle kennen sollten. Neigen Sie z. B. unter Stress oder Angst zu einem Anfall, ist die Kombination von Flugangst und Epilepsie eher ungünstig.

Hier finden Sie eine kleine Checkliste für Menschen mit Epilepsie und geplantem Flug.

Medikamentöse Einstellung überprüfen!

Keinesfalls darf es unter der Einnahme der Medikamente zu weiteren Anfällen kommen. Ist das doch der Fall, muss geprüft werden, ob die Dosis angepasst werden muss. Epileptiker sollten bedenken, dass es während des Flugs und am Reiseziel zu Situationen kommen kann, die Anfälle begünstigen. Dazu gehören:

  • Zeitverschiebungen
  • Lichtreflexe
  • Stärkerer Alkoholkonsum

Gute Vorbereitung gegen die Angst

Die richtige Vorbereitung ist für Epileptiker wichtig. Notfallmedikamente gehören unbedingt ins Handgepäck, und zwar die doppelte Menge dessen, was in einer vergleichbaren Situation am Boden sinnvoll wäre. Hintergrund ist, dass Verzögerungen beim Flug oder Durchfallerkrankungen oder Erbrechen den Bedarf erhöhen. Epileptiker, die wissen, dass sie an alle Eventualitäten gedacht haben, werden für gewöhnlich schon deutlich ruhiger.

Übermüdung und Angst erhöhen das Anfallsrisiko

Der Flug sollte möglichst entspannt beginnen. Übermüdung ist als möglicher Auslöser für einen epileptischen Anfall möglich. Das sollte schon bei der Anreise berücksichtigt werden. Auch ist alles zu meiden, was als Auslöser von Anfällen bekannt ist.

Kein Alkohol zur Beruhigung

Ein Glas Sekt ist für einen gesunden Menschen zur Beruhigung akzeptabel. Allerdings ist Alkohol nur bei leichter Unruhe geeignet, diese aufzulösen. Echte Angstzustände lassen sich nicht mit Alkohol beseitigen. Das gilt ganz besonders bei Epileptikern.

Alleine fliegen oder in Begleitung

Es ist sinnvoll, wenn ein Epileptiker mit Flugangst in Begleitung einer kundigen Person fliegt, die im Ernstfall eingreifen kann. Kommt es zu einem Anfall, sind die Aufgaben des Begleiters:

  • Absichern der Umgebung zur Vermeidung von Verletzungen
  • Beruhigung der anderen Fluggäste
  • Aufklärung bei den Flugbegleitern
  • ggf. Verabreichung von Medikamenten
  • sachkundige Betreuung im Anschluss an den Anfall

Natürlich handelt es sich bei der Entscheidung für einen Begleiter lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme. Epileptiker, die seit langer Zeit anfallsfrei sind, können diese Idee vernachlässigen.

Was müssen Epileptiker bei Flugreisen zu beachten

Epileptiker müssen vor allem bei Fernreisen berücksichtigen, dass die Medikamenteneinnahme angepasst werden muss. Die Art der Anpassung ist abhängig davon, ob die sich der Reisetag durch einen Flug in den Westen verlängert oder durch eine Reise in den Osten verkürzt. Die Dosis muss in Absprache mit dem Arzt angepasst werden.

  • Patienten mit Vagusnerv-Stimulator brauchen eine Bescheinigung für die Personenkontrolle
  • Einige Schutzimpfungen können die Anfallsbereitschaft erhöhen

Flugbegleiter informieren?

Sollte die Gefahr bestehen, dass es während des Flugs zu einem Anfall kommt, sollten die Flugbegleiter so früh wie möglich informiert werden. Die Gefahr kann sich z. B. erhöhen, wenn es aufgrund der Flugangst zu Durchfall oder Erbrechen kommt. In diesem Fall ist die Wirkung der Medikamente eingeschränkt.

Angststörungen und Epilepsie

Davon sind tendenziell eher ältere Patienten betroffen. Dabei kann es sich z. B. um die Angst vor einem Anfall handeln. Die Angststörungen können aber auch die Folge von Medikamenten sein, die gegen Anfälle eingenommen werden. In diesem Fall muss geprüft werden, ob eine Umstellung möglich ist. Angststörungen können außerdem einem Anfall vorangehen. Das kann ein ausreichender Grund sein, im Falle von starker Angst von einer Flugreise abzusehen, selbst wenn sie bereits unmittelbar bevorsteht.

Die Angst besiegen

Auch Epileptiker können ihre Flugangst besiegen, wenn die Angst keinen körperlichen oder medikamentösen Ursprung hat. Es ist aber wichtig, dass sich die Betroffenen genügend Zeit nehmen. Bei starker Angst empfiehlt sich die Teilnahme an einem Flugseminar.

Beruhigungsmittel bei Epilepsie

Einige Beruhigungsmittel können mit Medikamenten gegen Epilepsie kombiniert werden. Es gibt auch einige beruhigende Mittel, die sowieso verschrieben werden, um einen Anfall zu unterbrechen. Da aber nicht alle Medikamente miteinander kombiniert werden können, ist es unverzichtbar, die Möglichkeit mit dem Arzt zu besprechen.

Hilfe bei leichter Angst

Leichte Angst lässt sich mit gut mit der richtigen Vorbereitung behandeln. Auch hier ist es wichtig, dass Epileptiker mit Flugangst gut ausgeruht starten. Geeignete Hilfsmittel sind auch:

  • Baldriantee
  • Erlernte Atemtechniken zur Entspannung
  • Ablenkung durch die Begleitung

Nicht zu unterschätzen ist auch die Vorfreude auf das Reiseziel. Gedanken an den ersten Urlaubstag am Ziel, an geplante Unternehmungen und an die vielversprechende Erholung helfen außerdem, zur Ruhe zu kommen und Ängste zu überwinden.

Flugangst in 10 Schritten abschwächen

Machen Sie jetzt Ihre Erfahrung!

Jetzt starten!