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Aufsteigende Unruhe: 10 TippsSie wollen fliegen und spüren, wie plötzlich Angst und Unruhe aufsteigen? Mit diesen 10 Tipps können Sie sich schnell selbst helfen und den Flug bewältigen.

Bestenfalls trainieren Sie die Übungen vorher. Sie können Sie aber auch spontan anwenden, wenn Sie bereits im Flugzeug sitzen. Probieren Sie die Tipps von Profis aus. Sie sind leicht und unauffällig durchführbar.

Tipp 1 – die Angst ist nicht Ihr Feind

Wenn Sie zu Flugangst neigen, ist diese Angst ein Teil von Ihnen. Sie ist sowieso da, mal mehr oder weniger stark. Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Stellen Sie sich vor, Sie sind erkältet. Der Nieser wundert Sie nicht. Mal niesen Sie mehr, mal weniger. Es ist störend, aber es geht auch wieder weg. Achten Sie also bitte nicht verkrampft auf die ersten Anzeichen der Flugangst. Akzeptieren Sie Ihre Flugangst. Sie wissen, dass sie auch wieder nachlässt.

Tipp Nr. 2, die Gedankenreise

Mit der Flugangst sind Ihre Sinne nun besonders sensibel. Sie hören, sehen, riechen und fühlen alles intensiver. Setzen Sie sich und erinnern Sie sich an ein besonders schönes Erlebnis. Wenn Ihnen spontan nichts einfällt, denken Sie sich eines aus. Das kann ein bewegtes Bild sein, z.B. ein Spaziergang durch einen rauschenden Wald oder am Meer entlang. Vielleicht sitzen Sie auch auf einer Wiese. Schauen Sie sich in Gedanken um und stellen Sie sich die Umgebung mit all ihren Eindrücken vor. Dazu gehören auch die Gerüche. Sie können aber auch in Gedanken ein Eis essen. Beschreiben Sie den Geschmack von Vanille und Pistazien. Wie unterscheidet sich Kirscheis von Erdbeereis im Geschmack? Bestimmt fällt Ihnen noch mehr ein.

Stellen Sie sich auf Ihrer Gedankenreise immer wieder die Fragen:

  • Was sehe ich vor mir, was neben mir, was auf der anderen Seite?
  • Was rieche ich?
  • Wie fühlt sich das an?

Beschreiben Sie in Gedanken Ihre Wahrnehmung. Es klappt nicht? Das macht nichts. Fangen Sie wieder von vorn an.

Tipp Nr. 3, rechnen Sie!

Falls möglich, nehmen Sie sich einen Zettel und einen Stift und stellen Sie sich Rechenaufgaben. Sie können auch das kleine und das große Einmaleins in Gedanken herunterrasseln. Wenn Sie dafür zu unruhig sind, zählen Sie von 1-100 vorwärts und dann wieder rückwärts. Sie können sich aber auch Kochrezepte in Gedanken vorsprechen. In welcher Reihenfolge bereiten Sie dreigängiges Menü mit Ihren Lieblingsgerichten zu?

Tipp Nr. 4, Filme zusammenfassen

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen? Erzählen Sie sich in Gedanken eine Zusammenfassung. Interpretieren Sie im Anschluss. Stellen Sie sich auch folgende Fragen: Hat Ihnen das Drehbuch gefallen? Welcher Schauspieler oder welche Schauspielerin hat Sie besonders beeindruckt und warum? Was hätten Sie sich anders gewünscht. Wenn Sie nicht allein reisen, unterhalten Sie sich mit Ihrer Begleitung darüber.

Tipp Nr. 5, der Rückwärtsgang

Bewegung kann gegen Angst helfen. Im Flugzeug, ganz besonders beim Start und bei der Landung, haben Sie diese Möglichkeit natürlich nicht. Aber Sie können sich in Gedanken rückwärts bewegen und damit Tempo aus Ihren rasenden Gedanken nehmen. Stellen Sie sich vor, in Ihrem Bauch ist eine Kugel. Konzentrieren Sie sich auf diese Kugel und stellen Sie sich vor, dass sie rückwärts rollt. Sie können sie langsam oder schnell rückwärts rollen lassen. Das wird Ihnen wahrscheinlich leichter gelingen, wenn Sie die Augen schließen.

Tipp 6, kaltes Wasser

Sie sind am Flughafen oder in der Maschine und können sich halbwegs frei bewegen? Dann suchen Sie die Waschräume auf. Drehen Sie den Wasserhahn auf und spritzen Sie sich kaltes Wasser ins Gesicht. Wahrscheinlich werden Sie kurz nach Luft schnappen. Das ist gut und wird Ihnen helfen, klare Gedanken zu fassen.

Tipp 7, basteln Sie

Bitten Sie um ein Blatt Papier. Falten Sie das Blatt so klein wie möglich zusammen. Falten Sie es wieder auseinander und falten Sie es erneut, aber anders. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Sie können auch einen Flieger falten oder Sie versuchen sich an einem Haus. Wenn Sie mit Ihrem Smartphone online gehen können, suchen Sie sich bei YouTube Videos zu Origami für Anfänger und basteln Sie mit. Wenn es Ihnen etwas merkwürdig vorkommt, bedenken Sie, dass das Basteln neuer Figuren Ihr Gehirn und Ihre Hände beschäftigt.

Tipp Nr. 8, Erinnerungsspiel

Beantworten Sie folgende Fragen:

  1. Wie viel Geld haben Sie in der Geldbörse? Wie setzt sich die Summe zusammen? (Münzen, Scheine)
  2. Wann verliert Ihr Personalausweis seine Gültigkeit?
  3. Was haben Sie an diesem Tag vor genau einer Woche erlebt? (Wenn es kein schöner Tag war, nehmen Sie einen anderen)
  4. Wie viele Kleidungsstücke besitzen Sie in blauer Farbe? Wie viele sind weiß?
  5. Zählen Sie die CDs auf, die Sie besitzen (wahlweise Bücher, DVDs)

Tipp Nr. 9, beschreiben Sie Ihren Lieblingssänger oder Schauspieler

Was wissen Sie über Ihre Lieblingssänger oder Lieblingsschauspieler? Seit wann ist er/sie bekannt und wodurch? Gibt es Auszeichnungen? Was schreibt die Boulevardpresse? Was mögen Sie an der Person und was nicht? Haben Sie ihn/sie schon einmal persönlich getroffen? Wie war das? Falls Sie sich noch nie getroffen haben, wie wäre es, wenn diese Person jetzt neben Ihnen Platz nehmen würde und das Gespräch beginnt? Worüber möchten Sie sprechen?

Tipp Nr. 10, Fingerübung

Eine wunderbare Ablenkungsmaßnahme ist diese Fingerübung. Beginnen Sie mit dem Daumen der rechten Hand. Tippen Sie nun der Reihe nach die Fingerspitzen der gleichen Hand an. Wenn Sie beim kleinen Finger angelangt sind, geht es mit dem Ringfinger und Mittelfinger wieder zurück. Dann geht es mit der linken Hand weiter. Sie können auch mit rechten Daumen die Finger vorwärts und rückwärts der linken Hand antippen. Dann wechseln Sie die Hände. Im Anschluss geht es mit dem Zeigefinger weiter, bis sie mit allen Fingern durch sind und wieder von vorn beginnen. Führen Sie die Übung mal langsam und mal schnell durch.

Kleine Zusammenfassung

Wenn Sie sehr nervös sind, kann es gut sein, dass Sie mit Ihren Versuchen im ersten Durchgang Probleme haben. Das macht nichts. Beginnen Sie wieder von vorn. Entscheiden Sie sich für die Übung, die Ihnen gut tut. Experimentieren Sie und erlauben Sie sich Abwandlungen, die Ihnen helfen. Überlegen Sie auch, was Ihnen in anderen Stresssituationen hilft. Was machen Sie, wenn Sie sich schmerzhaft verletzt haben? Wie helfen Sie sich beim Zahnarztt? Wie reagieren Sie in einer schwierigen Situation im Straßenverkehr?