Beruhigungsmittel Flugangst: Darauf müssen Sie achten

Infos zu Beruhigungsmittel Flugangst
Im Ernstfall können Beruhigungsmittel Flugangst eindämmen.

Einfach kurz vor dem Betreten der Maschine eine Tablette nehmen und danach entspannt und angstfrei fliegen – das klingt ziemlich verlockend. Und so mancher, der unter starker Flugangst leidet, würde sich eine rettende Wunderpille sehnlichst wünschen. Tatsächlich gibt es Medikamente, die bei Flugangst eingesetzt werden. Die Palette reicht von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bis hin zu homöopathischen Präparaten. Die Medikamente können die Angst im Flieger verringern. Nur können sie eben keine Wunder vollbringen. Wir erklären, was Sie über Beruhigungsmittel bei Flugangst wissen sollten.

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Die Aviophobie, die Angst vorm Fliegen, kann viele Gesichter haben. Zittrige Knie und ein mulmiges Gefühl sind genauso möglich wie Schweißausbrüche, Herzrasen, Übelkeit oder echte Panikattacken. Bei einigen Betroffenen kommt allein beim Gedanken an einen Flug schon Angst auf. Andere überkommt die Angst vor dem Fliegen, wenn sie am Flughafen stehen und in die Maschine einsteigen sollen. Bei wieder anderen lösen die Geräusche und die Bewegungen des Flugzeugs Angst aus.

So oder so ist an entspanntes Fliegen jedenfalls nicht zu denken. Ein Medikament, das einem die Flugangst nimmt, kommt da wie gerufen. Nur ist es mit den Medikamenten gegen Flugangst so eine Sache. Denn sie können zwar kurzfristig helfen. Aber sie beseitigen die Flugangst nicht, sondern unterdrücken sie nur. Als langfristige Lösung sind Beruhigungsmittel bei Flugangst deshalb letztlich ungeeignet.

Grundsätzliches zu Medikamenten bei Flugangst

Wenn Sie Schmerzen haben, können Sie ein Schmerzmittel nehmen. Die Wirkung setzt zeitnah ein und hilft dem Körper dabei, gegen die Ursache der Schmerzen vorzugehen. Haben Sie sich eine bakterielle Infektion eingehandelt, kann Ihnen der Arzt ein Präparat verordnen, das die Erreger abtötet.

Bei Flugangst sieht die Sache ein bisschen anders aus. Denn Flugangst ist keine Erkrankung, die mit Medikamenten geheilt werden kann. Es gibt zwar Substanzen, die die Angst vor dem Fliegen verringern können. Allerdings handelt es sich dabei um Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Solche Präparate haben nicht nur Nebenwirkungen, sondern können schnell abhängig machen.

Hinzu kommt, dass Beruhigungsmittel die Flugangst nur betäuben. Die Ängste werden kurzfristig unterdrückt. Mit Medikamenten können Sie die Angst vorm Fliegen also vorübergehend verdrängen. Erfolgreich und vor allem langfristig überwinden, können Sie Flugangst mit Beruhigungsmitteln alleine aber nicht.

Verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel gegen Flugangst

Dass Sie sich mit der Situation auseinandersetzen, ist natürlich der richtige Weg. Denn einfach eine Flugreise zu buchen und die Sache nach dem Motto “Wird schon irgendwie klappen” anzugehen, wird bei Flugangst eher selten funktionieren.

Leiden Sie unter extremer Flugangst, sollten Sie sich mit Ihrem Hausarzt zusammensetzen. Er kennt Ihren Gesundheitszustand und kann beurteilen, ob und welche Medikamente in Frage kommen. Auch ein Psychologe oder Psychiater kann der richtige Ansprechpartner sein.

Um die Angstzustände beim Fliegen zu verringern, werden hauptsächlich Präparate aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine verordnet. Der große Vorteil der Benzodiazepine ist, dass sie sehr schnell wirken. Bei einer akuten Angstattacke können sie deshalb gut helfen.

Die Medikamente steuern aber nicht nur Ängsten und Panikattacken entgegen. Sondern sie lösen auch Verkrampfungen, lockern die Muskulatur und fördern den Schlaf. Damit helfen Sie bei den Symptomen, die bei Flugangst typisch sind. Die Wirkungsdauer hält, je nach Medikament, wenige Stunden bis hin zu mehrere Tage lang an.

Allerdings unterdrücken diese Beruhigungsmittel die Flugangst nur. Lässt die Wirkung nach, ist auch die Flugangst wieder da. Hinzu kommt, dass Benzodiazepine ein hohes Suchtpotenzial haben. Selbst wenn sie exakt nach Anweisung des Arztes eingenommen werden, kann sich schnell eine Abhängigkeit einstellen. Die Folge davon ist, dass Sie Ihre Flugangst noch stärker wahrnehmen und das Gefühl haben, wieder Medikamente nachlegen zu müssen. Damit beginnt ein Teufelskreis.

Ein anderer Punkt, den Sie bei der Einnahme von Beruhigungsmitteln gegen Flugangst bedenken sollten, sind die möglichen Nebenwirkungen. Sie können von leichter Benommenheit und Müdigkeit über Konzentrationsstörungen und einem herabgesetzten Reaktionsvermögen bis hin zu Übelkeit, Kopfschmerzen oder Sehstörungen reichen.

Lassen Sie sich deshalb von Ihrem Arzt die Vorteile, aber auch die Nachteile erklären. Und wenn Ihnen der Arzt ein Medikament verschreibt, dann halten Sie sich bei der Einnahme genau an seine Anweisungen.

Rezeptfreie Medikamente bei Flugangst

Neben verschreibungspflichtigen Beruhigungsmitteln gibt es auch rezeptfreie Medikamente bei Flugangst. Zwar empfehlen wir Ihnen, solche Arzneimittel ebenfalls nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einzunehmen. Grundsätzlich können Sie sich dazu aber in der Apotheke beraten lassen und die Medikamente ohne Rezept kaufen.

Rezeptfreie Beruhigungsmittel gegen Flugangst gibt es als Tabletten, Tropfen und in Pulverform. Sie sind nicht so hoch dosiert wie verschreibungspflichtige Medikamente. Deshalb sind sie teils besser verträglich und die Nebenwirkungen sind geringer. Nebenwirkungen kann es aber trotzdem geben. Außerdem ist die Wirkung nicht so stark.

Auch rezeptfreie Beruhigungsmittel bekämpfen nicht die Flugangst als solches, sondern nur deren Symptome. Sie dämmen die Angst ein und können beruhigen und entspannen. So können sie dabei helfen, die Situation erträglicher zu machen.

Wenn Sie sich für rezeptfreie Medikamente entscheiden, sollten Sie sich zumindest ausführlich vom Apotheker beraten lassen. Kaufen Sie nicht irgendwelche Mittel aus dem Internet. Wunderpillen gibt es nicht! Und der fachkundige Apotheker kann Ihnen zumindest ein Präparat empfehlen, das sich bei Flugangst bewährt hat.

Homöopathische Präparate gegen Flugangst

Eine Alternative zu Medikamenten können homöopathische Mittel sein. Dabei gibt es verschiedene Präparate, die in Frage kommen. Dazu gehören Globuli aus der Gruppe D 12, aber zum Beispiel auch Mittel auf der Basis von Johanniskraut, Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume.

Die Medikamente sind keine Präparate speziell bei Flugangst. Vielmehr handelt es sich um Substanzen, die bei Begleitbeschwerden von Angstzuständen eingesetzt werden. Sie wirken also zum Beispiel Schwindel und Übelkeit entgegen, lösen Verkrampfungen und Verspannungen oder beruhigen und fördern den Schlaf.

Homöopathische Beruhigungsmittel sind milder, zeigen aber keine sofortige Wirkung. Oft müssen sie über einen langen Zeitraum eingenommen werden. Bei einer akuten Attacke von Flugangst helfen sie deshalb kaum weiter und bei einer stark ausgeprägten Flugangst reicht die Wirkung oft nicht aus. Und auch wenn es sich um natürliche Substanzen handelt, können Nebenwirkungen auftreten.

Damit Sie die Hilfe bekommen, die Sie brauchen, sollten Sie sich deshalb an einen Heilpraktiker wenden oder in der Apotheke ausführlich zu homöopathischen Beruhigungsmitteln bei Flugangst beraten lassen.

Fazit zu Beruhigungsmitteln bei Flugangst

Grundsätzlich können Beruhigungsmittel Flugangst lindern. Sie können dabei helfen, akute Angstzustände in den Griff zu bekommen, so dass Sie den Flug gut überstehen. Denn die Substanzen, die in den Medikamenten enthalten sind, entfalten ihre Wirkung.

Trotzdem können Sie mit Medikamenten nur kurzfristig Flugangst bekämpfen. Das liegt schlichtweg daran, dass Beruhigungsmittel nicht an der Ursache für die Angst ansetzen, sondern lediglich die Symptome behandeln. Die Flugangst wird betäubt, aber eben nicht beseitigt. Teils starke Nebenwirkungen und das Risiko, in eine Abhängigkeit zu rutschen, sind weitere Punkte, die Sie unbedingt bedenken sollten.

Dazu kommt noch ein anderes Problem: Medikamente schlagen nicht bei jedem gleich gut an. Bleibt die erhoffte Wirkung aus, wird die Situation noch schlimmer. Schließlich hatten Sie sich darauf verlassen, dass Sie ruhiger werden und den Flug antreten können, wenn Sie die Medikamente eingenommen haben. Haben Sie dann aber das Gefühl, dass das Beruhigungsmittel kaum oder überhaupt nicht wirkt, macht sich die Flugangst oft erst recht breit.

Doch auch der umgekehrte Effekt ist letztlich keine Lösung: Haben Ihnen Beruhigungsmittel zu einem angenehmen Flug verholfen, ist das im ersten Moment positiv. Sie haben mit den Medikamenten das erreicht, was Sie erreichen wollten, nämlich eine entspannte Reise mit dem sichersten Verkehrsmittel, das es gibt. Der Haken an der Sache ist nur, dass Sie vermutlich auch bei allen folgenden Flugreisen zu Beruhigungsmitteln greifen werden. Denn Ihre Flugangst ist ja nicht weg. Doch was, wenn die Medikamente beim nächsten Mal nicht mehr wirken?

Möchten Sie dauerhaft Ihre Flugangst überwinden, müssen Sie die Aviophobie an der Wurzel packen. Sie müssen die Auslöser identifizieren und dagegen vorgehen. Eine gute Vorbereitung auf den Flug, bewährte Tipps oder auch ein Flugangst Seminar können dabei helfen.

Ein Tipp zum Schluss

Verstehen Sie es nicht falsch: Beruhigungsmittel können hilfreich sein, um die Flugangst in den Griff zu bekommen. Aber am Ende können sie nur eine Maßnahme unter vielen sein. Dauerhaft besiegen können Medikamente die Flugangst nicht.

Trotzdem können Sie Medikamente nutzen, um sich ein Stück weit selbst auszutricksen. Lassen Sie sich dafür von Ihrem Arzt ein Beruhigungsmittel aufschreiben und halten Sie es während des Flugs griffbereit im Handgepäck. Dadurch wissen Sie, dass Sie jederzeit auf das Medikament zurückgreifen können, wenn Sie es brauchen sollten. Oft sorgt aber allein schon diese Gewissheit für ein so beruhigendes Gefühl, dass Sie auf die Einnahme verzichten können.

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