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sichersten flugroutenEbenso wie bei Autounfällen oder Bus- und Zugunglücken lässt sich auch das Risiko von Flugzeugkatastrophen nie ganz ausschließen. Dennoch gehört das Fliegen zu den sichersten Reisearten. Und der Passagier kann seine Sicherheit an Bord selbst beeinflussen.

Der Abschuss des Flugs MH17 über der Ukraine, die in Südostasien verschollene Maschine der Malaysian Airlines, die Germanwings-Katastrophe in den französischen Alpen, das zwischen Griechenland und Ägypten abgestürzte Flugzeug der EgyptAir – Berichte und Bilder von Flugzeugunglücken prägen sich ins Gedächtnis ein.

Und in letzter Zeit scheinen sich die tragischen Vorfälle zu häufen. Kein Wunder also, wenn Fluggäste mit einem etwas mulmigen Gefühl in den Flieger steigen. Denn selbst bei Passagieren, die eigentlich immer gerne geflogen sind und nie mit Flugangst zu kämpfen hatten, melden sich die klassischen Urängste vor dem Fliegen zu Wort: die Angst, in einer fliegenden Metalldose weit über den Wolken eingesperrt zu sein und keine Chance zu haben, der Situation zu entfliehen. Und die Sorge, der Technik und dem Piloten ausgeliefert zu sein. Hinzu kommen die vielen Krisenherde und Terroranschläge weltweit, die für zusätzliche Verunsicherung sorgen. Doch das Fliegen zählt nach wie vor zu den sichersten Reisearten. Und der Fluggast kann selbst etwas unternehmen, um sich beim Fliegen sicherer zu fühlen.

Fluggesellschaften wählen die sichersten Flugrouten

Startflughafen, Abflugzeit, Flugdauer, Zielort und Ankunftszeit: Das sind die Eckdaten, die der Fluggast erfährt, wenn er einen Flug bucht. Über die Flugroute, die der Flieger nehmen wird, wird der Fluggast nicht informiert. Im Bordmagazin, das in der Tasche am Vordersitz steckt, sind die Flugverbindungen der Fluggesellschaft zwar meist als Schaubild abgedruckt. Und auch während des Flugs, wenn das Bordprogramm nicht läuft, wird auf den Bildschirmen eingeblendet, wo sich der Flieger gerade befindet. Doch diese Grafiken bieten bestenfalls grobe Anhaltspunkte.

Andererseits kann sich eine Fluggesellschaft nicht schon Tage oder gar Wochen vorher auf eine Flugroute festlegen. Denn wenn ein Flieger einen Luftraum passiert, müssen die Vorgaben der nationalen Behörden eingehalten werden. Und diese können sich auch sehr kurzfristig ändern. So kann es durchaus sein, dass ein Luftraum zeitweise gesperrt ist oder andersherum ein bislang gesperrter Luftraum für Überflüge wieder freigegeben wird. Hinzu kommen die aktuellen Umstände, die ebenfalls in die Planung der Flugroute einfließen. Bei diesen Umständen kann es sich um momentane Kampfhandlungen und Gefechte handeln, aber genauso auch um ein starkes Gewitter oder ein heftiges Unwetter. Die Entscheidung über die Flugroute steht daher letztlich erst direkt vor dem Abflug fest und wenn es die Situation erfordert, kann die Flugroute in Absprache mit der Flugsicherung sogar noch während des Fluges abgeändert werden.

Der Fluggast kann sich aber in einem Punkt sicher sein: Die Fluggesellschaften wählen immer die Flugrouten, die zum aktuellen Zeitpunkt die sichersten Flugrouten sind. Denn die Sicherheit der Passagiere und der Besatzung steht an erster Stelle. Und keine Fluggesellschaft möchte eine Maschine verlieren.

https://www.flightradar24.com/

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Übrigens: Wenn der Fluggast schon im Vorfeld wissen möchte, welche Flugroute sein Flieger vermutlich nehmen wird, kann er sich auf Echtzeitradaren im Internet einen Überblick verschaffen. Auf Portalen wie beispielsweise Flightradar24.com ist zu sehen, welche Flugzeuge von welchen Fluggesellschaften momentan in der Luft sind und auf welchen Flugrouten sie fliegen.

5 Tipps für sicheres Fliegen

So etwas wie die sichersten Flugrouten gibt es nicht. Jedenfalls nicht im Sinne einer allgemeingültigen Aussage. Denn wie sicher eine Flugroute ist, hängt immer von den aktuellen Umständen ab. Hierbei wiederum spielt die derzeitige Sicherheitslage in dem Land, dessen Luftraum überflogen wird, eine Rolle. Genauso aber beispielsweise auch das Wetter. Und selbst wenn sich eine Fluggesellschaft dazu entschließt, ein Krisengebiet zu überfliegen, so trifft sie diese Entscheidung alles andere als leichtfertig. Alle Flugrouten werden konstant Sicherheitsüberprüfungen unterzogen und nur wenn eine Route als unbedenklich gilt, wird sie gewählt. Vorsichtshalber werden dann außerdem mitunter die Flugdaten angepasst, beispielsweise indem die Maschine das Gebiet auf einer größeren Reisehöhe überquert als üblich.

Die Fluggesellschaften, die Flugsicherung und die Luftfahrtbehörden unternehmen alles Mögliche, um einen sicheren und störungsfreien Flugbetrieb zu gewährleisten. Doch auch der Fluggast kann durch sein eigenes Verhalten sein Sicherheitsgefühl an Bord erhöhen. Hier dazu fünf Tipps:

Tipp 1: Es sich auf dem Platz bequem machen

Nach dem Betreten des Flugzeugs sollte sich der Fluggast an seinen Platz begeben und es sich dort zügig bequem machen. Es ist nicht nur nervig, wenn sich ein Fluggast ewig Zeit lässt, bis er seine Sachen in den Gepäckfächern über den Sitzen verstaut hat oder sich endlich hinsetzt, damit die anderen Passagiere vorbei können. Stattdessen entsteht so auch unnötige Unruhe und Hektik.

An seinem Platz angekommen, sollte sich der Passagier in seinen Sitz kuscheln und sich anschnallen. Sein Handgepäck sollte er entweder im Fach über dem Sitz oder unter seinem Vordersitz verstauen. Denn zum einen sollte das Handgepäck im Ernstfall nicht zum Hindernis werden, das den Fluchtweg versperrt, oder zu einem Geschoß, das wild durch die Kabine fliegt. Und zum anderen nimmt das Handgepäck nur unnötig Platz weg und zwingt den Passagier zu einer unbequemen, verkrampften Haltung, wenn es zwischen den Füßen herumsteht.

Tipp 2: Die Sicherheitsanweisungen aufmerksam verfolgen

Bevor der Flieger abhebt, werden Sicherheitsanweisungen vorgeführt. Bei einigen Fluggesellschaften erfolgt dies durch die Flugbegleiter, andere Airlines zeigen ein Video. Die Fluggesellschaften sind zu dieser Vorführung verpflichtet. Und selbst wenn ein Fluggast schon viele Male geflogen ist, sollte er die Sicherheitsanweisungen aufmerksam verfolgen. Denn zum einen wird er sich sicherer fühlen, wenn er weiß, wie er sich im Notfall richtig verhalten muss. Und zum anderen verstärkt es das Sicherheitsgefühl, wenn der Passagier weiß, dass für fast alle möglichen Szenarien geeignete Maßnahmen und Lösungen bereitstehen. Auch das Infoblatt in der Tasche am Vordersitz, auf dem die Sicherheitsanweisungen noch einmal nachgelesen werden können, dient nicht nur der Information, sondern der eigenen Sicherheit.

Übrigens: Die Flugbegleiter sind nicht nur dafür da, die Passagiere mit Getränken und Speisen zu versorgen. Dieser Service ist eine angenehme Zusatzleistung. Tatsächlich sind die Flugbegleiter in erster Linie an Bord, um die Sicherheit und Ordnung in der Kabine zu gewährleisten. Dabei sind sie insbesondere für Notfälle ausgebildet. Und die Fluggesellschaften sind dazu verpflichtet, derart geschultes Personal bereitzustellen. Anweisungen der Flugbegleiter sollte der Passagier also ernst nehmen und befolgen. Denn sie sind die Profis!

Tipp 3: Den Start bewusst miterleben

Beim Start sollte der Fluggast nicht versuchen, sich durch Lesen oder angeregte Gespräche mit dem Sitznachbarn abzulenken. Besser ist, wenn er den Start bewusst miterlebt und aufmerksam verfolgt. Denn so ist er auf die spürbaren Bewegungen eingestellt und die unterschiedlichen Geräusche vorbereitet. Folglich werden sie ihn weniger verunsichern oder ängstigen.

Handelt es sich um einen Nachtflug, sollte der Fluggast die Leselampe über seinem Sitz ausschalten. Dies führt dazu, dass sich die Pupillen weiten und die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen. In der Folge wird der Fluggast besser erkennen und beobachten können, was sich um ihn herum tut.

Tipp 4: Anschnallen und angeschnallt bleiben

Wenn der Fluggast Auto fährt, schnallt er sich in aller Regel ganz automatisch an. Und genauso sollte er es auch im Flugzeug handhaben. Spätestens wenn der Flieger seine Reisehöhe erreicht hat, gehen die Anschnallzeichen zwar aus. Doch für das eigene Sicherheitsgefühl ist es einfach besser, wenn der Fluggast angeschnallt bleibt – so wie im Auto eben. Hier schnallt sich der Passagier ja auch nicht ab, wenn er die Parklücke verlassen und sich im Verkehr eingefädelt hat.

Aufstehen sollte der Fluggast nur, wenn es wirklich notwendig ist. Steht er ewig im Gang oder vor der Toilette, stört er unnötigerweise die anderen Fluggäste und erschwert außerdem dem Kabinenpersonal seine Arbeit, weil er den Weg blockiert. Und falls Turbulenzen auftreten sollten, bringt er sich selbst, die anderen Passagiere und die Flugbegleiter in Gefahr. Beispielsweise wenn er stolpert und sich selbst oder einen anderen verletzt. Oder wenn er einen Flugbegleiter dazu nötigt, ihn durch das wackelige Flugzeug an seinen Platz zu begleiten. Möchte sich der Fluggast mit einem Bekannten unterhalten, der weiter weg sitzt, sollte er dessen Sitznachbarn bitten, kurz die Plätze zu tauschen. So sind alle Beteiligten sicher.

Und: Sollten während des Flugs Turbulenzen auftauchen oder komische Geräusche zu hören sein, ist das kein Grund zur Panik. Selbst dann nicht, wenn der Pilot keine oder eine nur sehr kurze Durchsage macht. Mit technischen Details könnte der Fluggast vermutlich sowieso nichts anfangen. Und Experten sind sich einig, dass zu viele Einzelheiten eher verunsichern als beruhigen.

Tipp 5: Nach der Landung geduldig bleiben.

Ebenso wie den Start sollte der Passagier auch die Landung aufmerksam mitverfolgen. Auf die Seitenwinde, die bei langsamerer Geschwindigkeit stärker wahrnehmbar sind, die Geräusche beim Ausklappen des Fahrwerks und dem Aufsetzen der Maschine auf dem Boden und die Bewegungen beim Abbremsen des Fliegers wird der Fluggast dadurch eingestellt sein.

Ist der Flieger gelandet, sollte der Fluggast solange angeschnallt sitzen bleiben, bis das Flugzeug in seiner Parkposition steht und die Anschallzeichen erloschen sind. Wenn er vorher schon aufspringt, sein Handgepäck aus der Ablage kramt und den Gang blockiert, verbreitet er nur unnötige Unruhe. Zudem animiert er Nachahmer. Im Ergebnis wird es hektisch und letztlich geht gar nichts mehr vorwärts.
Außerdem: Bricht der Pilot den Landeanflug ab und startet plötzlich neu durch, muss der Fluggast keine Angst haben. Ein solches Flugmanöver ist kein Notfall! Stattdessen handelt es sich um ein übliches und regelmäßig trainiertes Vorgehen, wenn der Pilot nicht sicher landen kann, weil beispielsweise die Sichtverhältnisse zu schlecht waren. Und der Pilot stimmt ein solches Manöver mit der Flugsicherung, also den Fluglotsen im Tower, ab. Einen Zusammenstoß mit einem anderen Flieger muss der Fluggast deshalb nicht fürchten.