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Druckausgleich FlugzeugViele Passagiere klagen im Flugzeug über Druck auf den Ohren. Manchmal treten sogar Ohrenschmerzen auf. Doch mit ein paar Tipps lassen sich die Beschwerden lindern.

Beim Start, vor allem aber bei der Landung verspüren viele Fluggäste einen unangenehmen Druck auf den Ohren. Manchmal fühlt sich dieser Druck so an, als wären die Ohren “zugefallen”, manchmal stellt sich eine Art Knacken im Ohr ein. Teilweise erleben Fluggäste aber auch ein Stechen oder richtige Ohrenschmerzen. Solche Beschwerden sind natürlich unangenehm, aber in aller Regel harmlos und nach kurzer Zeit wieder verschwunden. Und es gibt ein paar Tricks, die dabei helfen, dass die Beschwerden erst gar nicht auftreten.

Veränderte Druckverhältnisse können Beschwerden hervorrufen

Wenn das Flugzeug startet und nach dem Start in den Steigflug übergeht, nimmt der Luftdruck in der Kabine ab. Das Ohr versucht, sich den veränderten Druckverhältnissen anzupassen. Dies geschieht über die sogenannte Eustachische Röhre, die den Rachenraum mit dem Mittelohr verbindet. Dabei erfolgt der Druckausgleich als passiver Vorgang. Normalerweise fällt es dem Körper nicht schwer, sich an die veränderten Druckverhältnisse zu gewöhnen. Die Beschwerden, die zu Beginn des Fluges auftreten, halten deshalb meist nicht lange an. Denn der Körper kann den niedrigen Druck in der Kabine recht schnell kompensieren.

Später, wenn das Flugzeug seine Reisehöhe verlässt und vor der Landung in den Sinkflug geht, steigt der Luftdruck in der Kabine wieder an. Dabei muss erneut ein Druckausgleich über die Eustachische Röhre erfolgen. Dieses Mal findet der Druckausgleich aber als aktiver Vorgang statt. Und während der Druckausgleich bei einigen Fluggästen hervorragend klappt und keinerlei Beschwerden verursacht, haben andere Fluggäste mit einem unangenehmen Druck auf den Ohren oder sogar Ohrenschmerzen zu kämpfen.

So kann der Passagier den Druckausgleich unterstützen

Der Fluggast kann mögliche Beschwerden vermeiden oder zumindest lindern, indem er seine Eustachische Röhre aktiv beim Druckausgleich unterstützt. Dabei haben sich vor allem folgende Methoden bewährt:

  • Kauen: Kauen und Schlucken können Ohrenbeschwerden wirksam vorbeugen. Ideal ist, wenn der Fluggast genüsslich ein Kaugummi kaut. Denn beim Kaugummikauen führt er ganz automatisch Kau- und Schluckbewegungen über einen längeren Zeitraum hinweg durch. Das Lutschen von einem Bonbon hat einen ähnlichen Effekt.
  • Gähnen: Ein herzhaftes und ausgiebiges Gähnen unterstützt ebenfalls den Druckausgleich zum Mittelohr hin.
  • Valsalva-Manöver: Das Valsalva-Manöver ist eine bewährte und sehr effektive Methode für den Druckausgleich. Durchgeführt wird das Valsalva-Manöver so: Der Fluggast hält sich die Nase zu, schließt seinen Mund und presst Luft gegen seinen Gaumen. Im Prinzip tut der Fluggast also so, als wollte er ausatmen, nur eben mit geschlossenem Mund und zugehaltener Nase. (Das gleiche Prinzip wenden viele an, wenn sie ein Niesen verhindern möchten.) Durch das Valsalva-Manöver wird die Verbindung zwischen Rachenraum und Mittelohr wieder frei. Bei einer Erkältung ist das Valsalva-Manöver aber nicht empfehlenswert. Denn der Druck steigt zu schnell zu stark an, so dass die Ohrenschmerzen noch schlimmer werden können.
  • Ohrstöpsel: Im Handel sind speziell geformte Ohrstöpsel erhältlich. Sie regulieren den Druck auf das Trommelfell und wirken wie eine Art Ventil, das den Druck zum Mittelohr langsam, aber stetig ausgleicht. Dadurch kann sich das Ohr nach und nach an die veränderten Druckverhältnisse anpassen. Gleichzeitig dämpfen die Ohrstöpsel die Geräusche in der Umgebung ab. Davon können Fluggäste profitieren, die im Flugzeug gerne schlafen möchten. Und Passagiere, die Flugangst entwickeln, wenn sie komische, unbekannte Flugzeuggeräusche hören. Druckregulierende Ohrstöpsel gibt es für Erwachsene und für Kinder. Wichtig ist aber, dass die Ohrstöpsel die richtige Größe haben. Denn sie müssen in den Gehörgang passen, ohne unangenehm zu drücken oder ihre Position zu verändern.

Ohrenschmerzen bei Babys und Kindern vorbeugen

Für Babys und Kinder ist der Druckausgleich besonders schwierig. Ihnen machen Ohrendruck und Ohrenschmerzen deshalb recht oft zu schaffen. Um den Beschwerden vorzubeugen, sollten Eltern diese zwei Tipps beherzigen:

1.) Sobald das Flugzeug den Sinkflug einleitet, sollten Säuglinge und Kinder aufgeweckt werden. Beim Start sind sie meistens ohnehin wach, aber auch während des Sinkflugs und der Landung sollten sie auf keinen Fall schlafen.

2.) Babys und Kleinkinder sollten während Start und Steigflug sowie während Sinkflug und Landung an ihrem Schnuller oder an ihrer Trinkflasche nuckeln. Auch ein Stillen ist möglich. Das Saugen und Schlucken erleichtern den Druckausgleich zum Mittelohr. GrößereKinder können ein Bonbon lutschen oder ein Kaugummi kauen.

Erkälteten Fluggästen helfen Nasensprays

Manchmal ist es wie verhext: Der Urlaub ist schon lange geplant, Flug und Hotel sind längst gebucht, doch dann stellt sich kurz vor der Reise eine ordentliche Erkältung ein. Erkältet in den Urlaub zu starten, ist natürlich alles andere als ideal. Aber der Flug muss deshalb nicht gleich ausfallen. Damit der Flug keine schlimmeren Kopf- und Ohrenschmerzen auslöst, sollte der Fluggast allerdings mit einem abschwellenden Nasenspray gegensteuern. Denn bei einer Erkältung sind die Schleimhäute geschwollen. Dadurch steigt der Druck in den Stirn- und Nebenhöhlen und der Druckausgleich wird noch schwieriger. Experten raten, das Nasenspray etwa eine halbe Stunde vor dem Start und dann noch einmal bei Beginn des Landeanflugs zu verwenden. So ist gewährleistet, dass das Nasenspray den geschwollenen Schleimhäuten entgegenwirkt.

Aber Achtung: Nasensprays und Nasentropfen, die in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind, sind nicht für eine Dauernutzung geeignet. Denn sie können die Schleimhäute austrocknen und zu einer Abhängigkeit führen. Sie sollten also wirklich nur als unterstützende Maßnahme bei einer Erkältung und als Hilfsmittel bei gelegentlichen Flugreisen zum Einsatz kommen. Und bei Kindern sollten Nasensprays nur in Absprache mit dem Kinderarzt verwendet werden.

Vor dem Urlaub besser noch mal zum Zahnarzt gehen

Druck auf den Ohren und stechende Ohrenschmerzen sind meistens die Folge von einem nicht ganz so reibungslos abgelaufenen Druckausgleich. Aber auch Erkrankungen der Zähne und Augenkrankheiten können diese Symptome auslösen. Und die veränderten Druckverhältnisse können Fluggästen mit chronischen Erkrankungen und mit Herz-Kreislaufproblemen zu schaffen machen. Deshalb sollte der Fluggast vor seinem Urlaub nicht nur Rücksprache mit seinem Hausarzt halten, sondern auch seinem Zahnarzt einen Besuch abstatten und ihn auf die anstehende Flugreise hinweisen. Liegt eine Augenerkrankung noch nicht lange zurück oder wurde kürzlich eine Augenoperation durchgeführt, kann ein Gang zum Augenarzt ebenfalls nicht schaden. So ist der Fluggast bestens vorbereitet – und einem beschwerdefreien Flug und einem erholsamen Urlaub steht nichts mehr im Wege!