Auch wenn der Anschlag vom 13. November 2015 keine Flugzeuge betroffen hat, so zeigte sich schon wenige Tage später, dass die Angst vor dem Fliegen offenbar zunimmt. Ist die Angst berechtigt und was raten Experten? Der Umgang mit Alltagsrisiken ist bereits eine große Herausforderung. Natürlich ist uns allen bewusst, dass uns der sprichwörtliche Ziegel auf den Kopf fallen kann oder dass es keinen absoluten Schutz gegen schwere Erkrankungen gibt. Selbstverständlich denken wir aber nicht ständig darüber nach. Würden wir das tun, wäre unser Alltag von Ängsten geprägt, die eine Bewältigung der täglichen Aufgaben unmöglich machen würde.

Jegliche Lebensfreude würde verloren gehen. Aus gutem Grund sprechen Fachleute von Angststörungen, wenn Menschen ihre Sorgen nicht mehr ablegen können und dadurch in ihrem Alltag eingeschränkt sind. Aber auch bei weniger starken Einschränkungen kann das zu einem Problem werden. Das betrifft z. B. das Freizeitverhalten. Menschen, die sich im Beruf und bei allen weiteren Verpflichtungen noch zusammenreißen können, neigen bei Ängsten dazu, sich in der Freizeit keinen tatsächlichen oder vermeintlichen Risiken auszusetzen.

Was sagen Fachleute zu diesen Ängsten?

Das Max-Planck-Institut ist mit seinem Harding-Zentrum für Risikokompetenz eine wichtige Forschungsstation, wenn es um Ängste geht. Die Wissenschaftler konnten herausfinden, dass Menschen umso mehr ihr Verhalten ändern, je näher sie an einem Ort leben, an dem etwas Schreckliches passiert ist. Ihnen sind die Bilder der Zerstörung besonders präsent. Entsprechend sind sie eher bereit, sich umzustellen, auch wenn das für sie Einschränkungen bedeutet. Das zeigte sich besonders deutlich nach dem Anschlag vom 11.September.

Die Angst nach der Angst

Angst ist eine logische Folge von erschreckenden Erfahrungen. Eine solche Angst ist ein indirekter Schaden, der aber tragische Konsequenzen haben kann. Dabei handelt es sich um einen psychologischen Zweitschlag. Um eine solche Erfahrung zu machen, müssen Sie nicht einmal selbst direkt von den Ereignissen betroffen sein.

Umgang mit der Angst vor Terror

Terrorismus Schriftzug mit FadenkreuzAngst ist eine natürliche Emotion, die uns davor schützen soll, uns in Gefahr zu bringen. Panik ist eher vergleichbar mit einer Rettungsmaßnahme. Menschen, die in Panik geraten, handeln nicht mehr überlegt oder rational, sie folgen nur dem Impuls, sich mit allen Kraftreserven in Sicherheit zu bringen. Sie sind dann auch nicht mehr in der Lage, sich um andere zu kümmern oder irgendeine Form von Rücksicht zu üben. Auf dieser Seite hatte ich zuvor einiges über die Flugangst und Terror geschrieben.

→ Vermeiden Sie Panik!

Habe ich überhaupt eine Chance?

Wenn Sie Angst vor einem Anschlag haben, dann werden Sie fürchten, einer unkalkulierbaren Situation ausgeliefert zu sein. Sie haben die Bilder vor Augen und sehen Menschen um ihr Leben rennen. Die wenigsten Menschen haben echte Todesangst schon einmal erlebt. Entsprechend groß ist die Angst, die Situation nicht bewältigen zu können.

5 Tipps gegen die Angst vor dem Terror

Lassen Sie nicht zu, dass die Angst Besitz von Ihnen ergreift. Gehen Sie mit Wachsamkeit durch den Tag, aber erlauben Sie sich auch eine gewisse Gelassenheit. Ihr Bedürfnis, sich zu verkriechen ist ein natürlicher Reflex. Helfen wird er Ihnen aber nicht, da die Terrorgefahr bestehen bleiben wird und Sie nicht ständig auf der Suche nach Schutz sein können. Trotzdem können Sie Ihrem Sicherheitsbedürfnis bis zu einem gewissen Grad gerecht werden.

Tipp 1 – Sprechen Sie über Ihre Ängste

Sicher werden Sie innerhalb Ihres Freundeskreises und der Familie Menschen haben, die sich ebenfalls Sorgen machen. Sprechen Sie darüber, bilden Sie ein kleines Netzwerk, treffen Sie sich und beraten Sie sich. Überlegen Sie sich, wie Sie füreinander erreichbar sein wollen.

Tipp 2 – Umgeben Sie sich mit Menschen, denen Sie vertrauen

Gehen Sie in jedem Fall weiter aus. Besuchen Sie Veranstaltungen. Sie können sicher sein, dass die Behörden beim allerkleinsten Anzeichen einer Gefahr sofort für eine Auflösung sorgen werden. Eine absolute Sicherheit gibt es nicht, aber bringen Sie Grundvertrauen auf. Das können Sie verstärken, indem Sie mit Menschen unterwegs sind, die Ihnen vertraut sind und auf die Sie sich verlassen können und wollen.

Tipp 3 Schalten Sie den Fernseher ab

Lassen Sie nicht zu, dass der Terror Ihren Alltag beherrscht. Entgiften Sie sich von schlechten Nachrichten. Das bedeutet nicht, dass Sie vor Informationen flüchten. Es genügt, wenn Sie einmal täglich die Nachrichten hören. Sollte etwas wirklich Wichtiges in Ihrer Umgebung stattfinden, werden die Ihnen vertrauten Menschen Sie sicher darüber informieren.

Tipp 4 – Lassen Sie sich helfen

Wenn Sie mit Ihrer Angst nicht mehr zurechtkommen, weil sie Sie in Ihrem Alltag einschränkt, holen Sie sich professionelle Hilfe. Es kann schon ausreichen, einen Arzt aufzusuchen und sich ein Beruhigungsmittel verschreiben zu lassen, dass Ihnen hilft, das Gefühl für Gelassenheit wiederzuerlangen.

Tipp 5 – Entspannen Sie sich

Vielleicht brauchen Sie etwas Hilfe bei der Entspannung. Unternehmen Sie etwas, was Ihnen wirklich gut tut. Gönnen Sie sich eine Massage, eine Wellnessbehandlung oder kaufen Sie sich etwas Schönes. Sehr hilfreich kann auch ein Kurs mit autogenem Training oder Meditation sein.

  • Sie müssen sich aktiv aus Ihrer Angst befreien, sonst kann sie sich verstärken

Wie bereiten Sie sich auf den nahenden Flug vor?

Sie haben Ihren bevorstehenden Flug vermutlich in einer Zeit geplant, in der Sie sich sicher gefühlt haben. Nun sind Sie verunsichert. Das ist menschlich, aber nicht notwendig. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden Sie einen angenehmen und unproblematischen Flug erleben, denn alle Sicherheitsbehörden arbeiten auf Hochtouren.

Fragen Sie, wenn Sie unsicher sind!

Wenn Sie mehr wissen wollen, rufen Sie die Fluggesellschaft an, bei der Sie Ihren Flug gebucht haben, und erkundigen Sie sich, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen man ergriffen hat. Sie können absolut sicher sein, dass Piloten und Flugbegleiter sich weigern würden zu fliegen, wenn sie davon ausgehen müssten, dass ihnen etwas zustößt.

Fliegen Sie nicht an möglicherweise gefährliche Orte

Auswrtiges AmtIn Zeiten von Terroranschlägen gibt es Regionen, die als Reiseziele gefährlicher sind als andere. Erkundigen Sie sich beim Auswärtigen Amt nach sicheren und unsicheren Reisezielen. Sollten Sie tatsächlich in eine Region gebucht haben, die inzwischen als gefährlich eingestuft wurde, dann stornieren Sie. Hier ist das Risiko tatsächlich gegeben und keine Einbildung.

Dauerhaft gefährliche Reiseziele

Es gibt verlockende Urlaubsangebote in den Nahen Osten, die grundsätzlich als nicht ungefährlich gelten. Aber auch Afrika ist nicht ungefährlich. Nigeria und der Sudan sind nur zwei Reiseziele, die ernsthaft gefährlich sein können. Reiseanbieter locken mit angeblich sicheren Hotels, abgeschotteten Anlagen und Sicherheitsdiensten. Überlegen Sie sich gut, ob Sie ein solches Angebot annehmen wollen. Auch dazu bekommen Sie alle Informationen vom Auswärtigen Amt. Lassen Sie sich unter keinen Umständen von Billigangeboten locken, die womöglich noch mit Abenteuercharakter werben.