Flugangst Hilfe durch Partner und FamilieSie haben einen Angehörigen oder einen Lebenspartner, der unter Flugangst leidet, und möchten helfen?

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen das Thema Flugangst kurz vor und erklären Ihnen im Anschluss, was Sie tun können, um zu helfen. Ihre Reisepläne drohen zu scheitern, weil es jemanden gibt, der unter Flugangst leidet und den Sie nicht zurücklassen können oder wollen?

In vielen Fällen können Sie helfen, dass es mit der Reise doch noch klappt.

Über Flugangst sprechen

Wenn Sie in das Gespräch gehen, bleiben Sie achtsam und brechen Sie ab, wenn Sie das Gefühl haben, dass es zu emotional wird. Weder sollen Sie verärgert sein, noch Ihr Gesprächspartner das Gefühl haben, unter Druck gesetzt zu werden. Die größten Chancen, etwas zu erreichen, haben Sie, wenn die Person mit Flugangst verstanden hat, dass Sie ein sachlicher Zuhörer sind!

Bleiben Sie ruhig!

Je aufgeregter Ihr Gesprächspartner ist, desto weniger wird er oder sie empfänglich für Ihre Argumente sein. Sicher fallen Ihnen dazu auch Beispiele aus dem Alltag ein. Emotionale Debatten sind selten zielführend, aber sie sind immer sehr belastend für beide Gesprächspartner.

Behalten Sie die Kontrolle über das Gespräch

Behalten Sie stets im Hinterkopf, dass Sie helfen wollen, nicht Ihren Kopf durchsetzen. Wenn Ihr Gesprächspartner mit der Unterhaltung überfordert ist, versuchen Sie, sich für diesen Zustand verantwortlich zu fühlen. Das kann Ihnen helfen, die Situation unter Kontrolle zu halten.

  • Sprechen Sie leise aber deutlich
  • Achten Sie auf Ihre Körpersprache (beschwichtigen Sie)
  • Achten Sie auf Ihre Mimik (freundlich)
  • Unterbrechen Sie einen Menschen nicht, der von seiner Flugangst erzählt

Diese Fragen eignen sich für Ihre Unterhaltung über die Flugangst

  • Warum bist Du jetzt aufgeregt, Du bist doch sicher am Boden
  • Was möchtest Du gegen deine Flugangst tun?
  • Wie kann ich helfen?

Lösen Sie das Rätsel!

Rätsel lassen sich nur mit einem kühlen Kopf lösen. Behalten Sie auch die Gesprächsführung. Menschen, die mit schweren Ängsten zu kämpfen haben, geraten während eines Gespräches darüber in Stress. Das ist nicht hilfreich. Analysieren Sie die Antworten und stellen Sie die nächste Frage.

  • Gab es ein einschneidendes Erlebnis?
  • Wie äußert sich die Angst? Welche Symptome treten auf?
  • Was hat die Person bislang gegen die Flugangst unternommen?
  • Will sie/er gerne fliegen oder hat sie/er möglicherweise mit dem Thema abgeschlossen?

Hilfe bei einschneidenden Erlebnissen

Ein einschneidendes Erlebnis kann im Grunde alles gewesen sein. Entscheidend ist das subjektive Empfinden. Was Sie selbst als harmlos empfinden, kann für eine andere Person wesentlich belastender sein. Das können Sie tun:

  • Aufmerksam zuhören
  • Versuchen, das Erlebte aus Sicht des Betroffenen zu sehen
  • Hilfe anbieten

Wie sieht die Hilfe gegen die Flugangst aus?

Das ist abhängig vom Ausmaß der Flugangst. Wenn die Person erklärt, dass sie regelrecht in Panik gerät und so etwas auch schon einmal vorgekommen ist, muss ein Experte hinzugezogen werden. Bei leichter bis mittlerer Angst haben Sie aber gute Chancen, dass Sie das Problem gemeinsam in den Griff bekommen, wenn Sie beide das möchten.

Flugangst tritt plötzlich auf – was tun?

Auch das kann Ihnen passieren. Sie wollen mit einer vertrauten Person einen Flug antreten und sie verspürt plötzlich starke Flugangst. Jetzt ist schnelle Hilfe wichtig. Einen pauschalen Ratschlag gibt es nicht, denn die konkrete Hilfe ist immer abhängig von der Person selbst und dem Grund der Angst. Nachfolgend erfahren Sie, welche Vorgehensweisen sich anbieten.

Schnelle Hilfe gegen Angstattacken

Um jemandem mit Flugangst im konkreten Fall zu helfen, müssen Sie die Person nicht einmal gut kennen. Wenn Sie diesen Ratgeber gelesen haben, können Sie auch versuchen, Flugreisenden mit Flugangst zu helfen, die Sie eben erst kennengelernt haben.

Seien Sie hilfsbereit!

Wenn Sie selbst etwas beunruhigt sind, kann es Ihnen sogar helfen, wenn Sie anderen zur Seite stehen.

Fremden Personen helfen – So geht’s

Flugangst können Sie nicht übersehen. Die Person ist blass, sitzt verkrampft und hat vielleicht sogar die Augen geschlossen. Wenn so jemand neben Ihnen sitzt, scheuen Sie sich nicht, ihn anzusprechen. Zum Einstieg eignet sich eine der folgenden Fragen:

  • Geht es Ihnen nicht gut?
  • Brauchen Sie Hilfe?
  • Kann ich etwas für Sie tun?

Fühlen Sie sich nicht abgelehnt, wenn Sie keine Reaktion bekommen. In den meisten Fällen sind Menschen mit Flugangst aber sehr froh, wenn Sie angesprochen werden, denn das kann sie aus der Angst holen. In diesem Fall kommt recht schnell ein Gespräch zustande. Wenn Sie mehr über Flugzeuge und die Fluggeräusche wissen, erklären Sie ihrem Gesprächspartner, was gerade passiert.

Vertrauten Menschen mit Flugangst helfen

Ob es sich um den Lebenspartner, jemanden aus dem Freundeskreis, eine/n Bekannte/n oder eine Person aus der Verwandtschaft handelt, bei Flugangst sind Sie als Begleiter besonders gefragt. Sprechen Sie mit ruhiger und fester Stimme. Wenn Sie einander gut vertraut sind, können Sie die Hand des anderen halten oder auch die Hand beruhigend auf die Schulter legen. Berührungen helfen, zur Ruhe zu kommen.

Das sollten Sie nicht sagen:

  • Reiß dich zusammen
  • Das bildest Du dir doch nur ein
  • Du übertreibst
  • Es gibt nichts, wovor Du dich fürchten musst

Das sollten Sie sich verinnerlichen:

Bedenken Sie, dass die gefühlte Angst für die betroffene Person absolut real ist. Unverständnis

hilft an dieser Stelle nicht.

Wenn es Ihnen schwerfällt, die Angst nachzuvollziehen, stellen Sie sich vor, dass es sich bei der starken Flugangst um eine Verletzung handelt, die für Sie aber nicht sichtbar ist. Bevormunden Sie die Person nicht, sondern leisten Sie 1. Hilfe, z. B. mit den folgenden 3 Tipps.

3 Tipps zur Hilfe gegen Flugangst im konkreten Fall

Tipp 1 – Kontrollieren Sie die Atmung

Achten Sie auf die Atmung der Person, die unter Flugangst leidet. Menschen mit starker Flugangst neigen dazu, falsch zu atmen. Sagen Sie aber nun nicht: „Du atmest falsch“, sondern atmen Sie mit dem Betreffenden zusammen ruhig und tief. Die meisten Menschen ahmen die korrekte Atmung sofort nach.

  • Atmen Sie langsam und tief
  • Schließen Sie die Lippen fast vollständig und atmen Sie gegen den Druck aus
  • Reichen Sie Ihrem Gegenüber eine Papiertüte (Ein- und Ausatmen, etwa 10x)

Fragen Sie nach, ob sich die Person besser fühlt, wenn Sie beobachten, dass die Atmung ruhiger wird. Beginnen Sie auf jeden Fall mit der kontrollierten Atmung, denn niemand kann mit hektischer Atmung beruhigen.

Tipp 2 – Kühlen Sie!

Angst kann die Körpertemperatur in die Höhe treiben. Ihre angsterfüllte Begleitung fängt an zu schwitzen. Folgende Dinge können helfen:

  • ein Glas kaltes Wasser
  • einen in kaltes Wasser getränktes Tuch für Stirn und Nacken
  • Ein Coldpack für das Gesicht

Tipp 3 – Sprechen Sie!

Sorgen Sie für Ablenkung. Aber versuchen Sie, ein Gespräch zu führen, falls es möglich ist. Wenn Ihre Begleitung mit Flugangst sich verweigert, kann das ein Zeichen für eine sehr tiefe Angst sein. Erzählen Sie:

  • Eine Anekdote aus Ihrem Leben
  • Von einer gemeinsamen schönen Erinnerung
  • Lesen Sie etwas aus der Zeitung oder einer Zeitschrift vor

Wenn etwas Ruhe in die Situation gekommen ist, bedeutet das nicht, dass die Flugangst überstanden ist. Vor allem schwere Panikattacken können auch nach Stunden noch spürbar sein oder sich schlimmstenfalls wieder verstärken, wenn es z. B. einen Auslöser gibt, wie ein ungewohntes Geräusch oder ein kräftiges Rumpeln im Flugzeug.

Die Betreuung dauert länger

Halten Sie das Gespräch mit der Person mit Flugangst aufrecht, bis der Flug beendet ist und Sie die Maschine verlassen haben. Empfehlen Sie ruhig ein Flugangstseminar oder einen Kurs in Atemtechnik gegen Angst.