Flugangst: Konfrontation mit dem Auslöser

Flugangst: Konfrontation mit dem AuslöserAngst ist furchtbar. Wenn Sie unter Angst leiden, befinden sich Körper und Geist in ständiger Alarmbereitschaft. Ihr gesamtes Handeln und all Ihre Gedanken sind davon betroffen und natürlich möchten Sie nichts lieber, als diesen Zustand zu beenden. Das ist auch der Sinn einer Angst.

Wer sich in Gefahr befindet, spürt Angst. Die Angst ist es, die uns zwingt, uns aus dieser Situation mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu befreien. Und natürlich achten wir darauf, solchen Situationen auszuweichen. Diese Reaktion ist sinnvoll und so gewollt, denn sie sichert unser Überleben.

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Allerdings kann sie auch fehlgeleitet sein und das ist eine sehr schlimme Erfahrung. Eine fehlgeleitete Angst richtet sich gegen Dinge, die eigentlich harmlos sind. Das führt dazu, dass wir gezwungen sind, sie auszuhalten, was weitere ernste Probleme auslöst.

Ist Flugangst eine unsinnige Angst?

Ja und nein. Aus rationaler Sicht gibt es keinen ernst zu nehmenden Grund, vor einem Flug Angst zu haben. Wenn Sie einen Flug planen, können Sie nahezu sicher sein, dass Ihnen nichts zustößt. Nahezu? Nahezu bedeutet, dass ein Restrisiko immer bleibt. Sie können auch auf dem Weg zum Flughafen verunglücken. Das Leben birgt nicht nur das Risiko zu sterben, es endet ganz sicher eines Tages damit. Sie haben recht, wenn Sie nun argumentieren, dass man das Risiko eines vorzeitigen Todes nicht durch Leichtsinn steigern sollte. Das ist richtig. Ist eine Flugreise Leichtsinn? Das ist sie ganz sicher nicht.

Konfrontationstherapie gegen Ängste

Es gibt die Konfrontationstherapie gegen Angst. Genau genommen ist von Angststörungen die Rede. Sie muss sich nicht gegen einen Gegenstand oder eine Situation richten. Dazu gehören auch Zustände der Hilflosigkeit, vor den eigenen Gefühlen, Mutlosigkeit oder die Angst vor dem Kontrollverlust. Damit gehört auch die Flugangst zu den möglichen Behandlungsansätzen.

Die Angst ist real – die Gefahr nicht

Es wird Ihnen nichts nützen, wenn wohlmeinende Menschen auf Sie einreden und Ihnen erklären, dass Sie nicht in Gefahr sind. Das wissen Sie selbst. Ihre Angst ist das Problem und diese Angst ist real. Manchen Menschen mit Flugangst gelingt die Überwindung, indem sie lernen, die Angst auszuhalten. Außerdem kann es ihnen helfen, sich zu desensibilisieren.

Lernen Sie zuerst, sich zu entspannen

Bevor Sie sich mit dem Faktor befassen, der bei Ihnen Angst auslöst, brauchen Sie Hilfe zur Entspannung. Sehr gut geeignet sind Entspannungstechniken. Lassen Sie sich unterrichten und binden Sie die Technik in Ihren Alltag ein, bis sie sicher abrufbar ist. Nutzen Sie sie vor allem in Stresssituationen. Erst wenn Sie sich damit sicher fühlen, gehen Sie den nächsten Schritt

Steigern Sie sich nicht hinein

Legen Sie Ihrer Fantasie Fesseln an. Sie werden Ihre Angst nicht überwinden, wenn Sie sich Szenarien ausmalen. Unterbrechen Sie also jede beängstigende Vorstellung mithilfe der erlernten Entspannungsübung. Sie sind nicht verrückt und Sie werden auch nicht verrückt. Entspannen Sie sich.

Sofort wieder ins Flugzeug

Wenn Sie Ihre Angst entwickelt haben, weil Sie einen unangenehmen Flug erlebt haben, versuchen Sie, so schnell wie möglich wieder zu fliegen. Es ist erwiesen, dass die Entstehung von Phobien verhindert werden kann, wenn sich der Betroffene so schnell wie möglich der Situation erneut stellt. Das heißt: Wenn Sie z. B. einen Autounfall erleiden, fahren Sie so schnell wie möglich selbst wieder. Erlauben Sie sich keine Flucht mit der Argumentation, dass sie das Erlebte erst überwinden müssen. Sie werden es erheblich schneller überwinden, wenn Sie sich der Situation stellen. Und auch hier gilt wieder der Rat: Stoppen Sie Ihr Gedankenspiel. Natürlich werden Sie Angst haben. Sie wissen aber, dass Sie die Situation bewältigen können. Entspannen Sie Ihre Muskeln und arbeiten Sie ruhig und regelmäßig.

Brechen Sie nicht ab

Sie können die Angst nicht auslöschen und noch weniger können Sie die Erinnerung an den unangenehmen Flug auslöschen. Nehmen Sie die Erfahrung an und versuchen Sie nicht, sie zu bekämpfen. Grübeln Sie aber nicht darüber. Brechen Sie die Situation, die Ihnen Angst bereitet nicht ab, sondern trainieren Sie, sie auszuhalten. Lassen Sie sich helfen. Psychotherapeuten sind professionelle Begleiter, die Ihnen helfen können, Ihre Angst zu überwinden. Behalten Sie im Hinterkopf, dass Ihre Angst Sie an Dingen hindert, die Sie gerne tun möchten.

Fliegen, fliegen, fliegen

Die Flugangst mittels Konfrontation zu behandeln, ist natürlich schwieriger, als die Angst vor dem Autofahren. Mit dem Auto können Sie in kurzen Abständen kleine Runden fahren, immer wieder neu ins Flugzeug zu steigen, wird schwierig. Eine Möglichkeit besteht aber, wenn Sie einen Sportflugplatz in der Nähe haben und bereit sind, in ihre Angst zu investieren. Buchen Sie regelmäßig kleine Rundflüge. Konzentrieren Sie sich auf die beeindruckenden Bilder während des Flugs.

Flugschein mit Flugangst?

Der beste Weg aus einer Situation heraus ist mittendurch. Flugangst kann auch Menschen treffen, die eigentlich vom Fliegen begeistert sind. Es gibt sogar Menschen, die es trotz ihrer Flugangst zum Pilotenschein geschafft haben. Wer selbst fliegen will, muss sich seiner Angst stellen und aktiv die aufkommende Panik überwinden. Andernfalls wird es nämlich tatsächlich gefährlich. Dass es aber dazu kommt, ist unwahrscheinlich. Wenn der Wunsch groß genug ist, selbst zu fliegen, lässt sich auch die Kraft aufbringen, die Angst zu überwinden. Ähnlich geht es auch Reitern, die nach einem schweren Sturz mit zitternden Knien doch wieder aufs Pferd steigen, und zwar so schnell wie möglich. Die Unsicherheit bleibt auch bei erfahrenen und mutigen Reitern noch eine Zeit, aber sie wird immer weniger.

Auf dieser Seite können Sie nachlesen, wie eine junge Frau sich ihrer Flugangst gestellt hat und selbst zur Pilotin wurde. http://www.ultraleicht-pilotin.de/autorin

Selbst in die Konfrontation gehen

„Ich muss ja nicht fliegen“, ist die häufige Aussage von Menschen mit Flugangst. Das ist richtig. Sie müssen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht fliegen. Sie können aber. Sie stehen sich nur selbst im Weg. Schauen Sie mal in die Urlaubsprospekte. Sie werden großartige Urlaubsangebote sehen, für die Sie aber ins Flugzeug steigen müssen.

Kann sich Flugangst auch auf andere Lebensbereiche auswirken?

Vor allem Angehörige ohne Flugangst befürchten, dass die Vermeidungshaltung von Menschen mit Flugangst weitere Ängste nach sich zieht. Allgemein lässt sich das nicht vorhersagen. Es gibt Menschen, die wirklich nur unter Flugangst leiden und im Alltag keine Probleme haben. Sie können sogar durch Mut und Durchhaltevermögen auffallen, sodass andere verwundert sind, dass sie überhaupt unter Flugangst leiden. Es gibt aber auch ängstliche Menschen, die leicht zu verunsichern sind und bei denen sich zur Flugangst auch weitere Ängste gesellen können. Diese Ängste wiegen im Alltag dann oftmals deutlich schwerer. Für diese Menschen ist es wichtig, dass sie sich Hilfe holen, denn sie schränken sich in ihrem Alltag massiv ein.

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