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FlugverkehrskontrolleVom Tower aus überwachen und regeln Fluglotsen den Flugverkehr. Mittels Radarschirm und Flugfunkdienst sorgen sie für sichere und störungsfreie Abläufe. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über diesen spannenden und verantwortungsvollen Beruf.

Fluglotsen kontrollieren sämtliche Bewegungen der Luftfahrzeuge in ihrem Sektor. Dabei umfasst der Sektor sowohl das Flughafengelände als auch den zugeteilten Luftraum. Vom Tower oder einer Kontrollzentrale aus behalten sie ihren Sektor auf dem Radarschirm stets im Blick und sorgen dafür, dass die zeitlichen und die räumlichen Abstände zwischen den Flugzeugen groß genug sind, um gegenseitige Gefährdungen auszuschließen. Per Funk geben sie den Piloten die Anweisungen für den Start, die Landung, den Steig- oder den Sinkflug. Außerdem versorgen sie die Piloten mit allen Informationen, die diese für einen sicheren Flug benötigen. Dazu stehen die Fluglotsen auch in ständigen Kontakt mit dem Wetterdienst und den anderen Stellen. Treten Schwierigkeiten auf, greifen Fluglotsen sofort ein.

Was ein Fluglotse macht

Allein im Luftraum über Deutschland sind jeden Tag rund 10.000 Flugzeuge unterwegs. Damit hier alles sicher und störungsfrei abläuft, ist die Flugsicherung rund um die Uhr im Einsatz. Alle kontrollierten Flüge, und das sind praktische alle Linien-, Charter- und Frachtflüge, werden vom Start bis zur Landung von der Flugsicherung begleitet. Dazu überwachen Fluglotsen den Luftraum und halten per Funk permanent Kontakt zu den Piloten. Sie informieren die Piloten über das Abflugverfahren und erteilen ihnen die Starterlaubnis. Dafür brauchen Fluglotsen sehr gute Englischkenntnisse, denn nach internationalen Regeln wird im Luftverkehr Englisch gesprochen. Und generell ist der Job als Fluglotse sehr anspruchsvoll. So müssen Fluglotsen ein sehr gutes Gedächtnis haben, verantwortungsvoll agieren und sehr schnell reagieren können. Im Flugfunk sprechen, hören und schreiben sie zur gleichen Zeit. Zusätzlich dazu müssen sie hochkonzentriert bleiben. Ihrer Aufmerksamkeit darf nichts entgegen. Denn schon ein kurzer Moment der Unachtsamkeit könnte zu einem schweren Unfall führen.

Die Tätigkeit im Tower

Im Kontrollturm, dem Tower, koordinieren Fluglotsen den Verkehr auf den Start- und Landebahnen sowie den Verkehr im Luftraum des Flughafenbereichs. Da sie oft Sichtkontakt zu den Fliegern haben, verlassen sie sich nicht nur auf die Radarschirme, sondern auch auf ihre Augen. Auf der Towerfrequenz geben Fluglotsen den Piloten per Funk die Erlaubnis, die Maschinen anzulassen, zu starten oder zu landen. Nach dem Start geben Fluglotsen die Überwachung an die An- und Abflugkontrolle weiter. Sie begleitet den Abflug, bis die jeweilige Maschine eine bestimmte Flughöhe erreicht hat. Andersherum übernehmen die Fluglotsen im Tower einen Flug, wenn sich der Flieger im Landeanflug befindet. Die Fluglotsen, die im Tower arbeiten, sind übrigens die sogenannten Towerlotsen.

Die Tätigkeit im Kontrollzentrum

Ist ein Flieger in der Luft, übernehmen die Fluglotsen in den Kontrollzentren die weitere Überwachung und Betreuung. Im Unterschied zu ihren Kollegen im Tower heißen diese Fluglotsen Centerlotsen. Die Centerlotsen koordinieren den Flugverkehr auf den Luftstraßen und dirigieren die Flieger beim Einfädeln in den Luftverkehr. Dabei haben die Fluglotsen aber keinerlei Sichtkontakt zu den Maschinen. Stattdessen arbeiten sie nur über Radar. Und auf dem Radarschirm darf ihnen keine Bewegung entgehen.

Während eines Flugs passiert ein Flieger mehrere Kontrollstellen. Für die Fluglotsen heißt das, dass Teamarbeit gefragt ist. Denn sie arbeiten zusammen und müssen sicherstellen, dass das Flugzeug sicher von einem Sektor in den nächsten Sektor kommt. Aber Fluglotsen betreuen nicht nur ein Flugzeug, sondern müssen mitunter gleich ein ganzes Duzend Flieger gleichzeitig im Blick haben. Klar, dass dies höchste Konzentration erfordert. Sollte es zu ungewöhnlichen Entwicklungen kommen, müssen Fluglotsen blitzschnell eingreifen und Anweisungen geben, die einen drohenden Unfall verhindern. Verlässt ein Flugzeug die Flugroute, die ihm zugewiesen wurde, wird es sofort von den Fluglotsen dazu aufgefordert, auf den richtigen Kurs zurückzukehren. Andersherum weisen die Fluglotsen eine veränderte Flugstrecke an, wenn Gefahren wie beispielsweise Unwetter oder heftige Turbulenzen drohen. In kritischen Situationen und bei Notfällen leiten Fluglotsen alle erforderlichen Maßnahmen für eine schnellstmögliche Landung ein.

Wie und wo ein Fluglotse arbeitet

Fluglotsen arbeiten im Tower oder im Kontrollzentrum eines Flughafens. Um sich besser in die Situation von Piloten im Cockpit hineinversetzen zu können, stehen aber immer wieder auch Flüge auf den Strecken in ihrem Sektor auf dem Programm. Ihre Arbeit erledigen Fluglotsen hauptsächlich im Sitzen und vor den Bildschirmen von verschiedenen Radar-, Navigations- und Informationsübertragungsanlagen. Die Flugsicherung ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr im Einsatz. Aus diesem Grund arbeiten Fluglotsen im Schichtdienst und sowohl unter der Woche als auch an Wochenenden und an Feiertagen. Als Arbeitgeber für Fluglotsen kommen

  • die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH,
  • die Flughafenbetriebe und
  • die Bundeswehr

in Frage.

Welche Kompetenzen ein Fluglotse braucht

Fluglotsen arbeiten mit verschiedenen Informations- und Überwachungssystemen, um den Flugverkehr zu überwachen und zu koordinieren. Dies erfordert nicht nur technisches Verständnis und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, sondern auch eine hervorragende Beobachtungsgabe und eine überaus konzentrierte und aufmerksame Arbeitsweise. Fluglotsen müssen in der Lage sein, Situationen richtig einzuschätzen, Gefahrenlagen sofort zu erkennen und blitzschnell über erforderliche Maßnahmen zu entscheiden. Absolute Sorgfalt und ein hohes Verantwortungsbewusststein sind für Fluglotsen deshalb genauso unabdingbar wie ein ausgeprägter Teamgeist. Fluglotsen stehen in ständigem Funkkontakt zu Piloten, Kollegen in anderen Kontrollstellen, dem Wetterdienst und weiteren Dienststellen. Dafür brauchen sie gute kommunikative Fähigkeiten und sehr gute Englischkenntnisse. Der anspruchsvolle und anstrengende Job setzt außerdem psychische und körperliche Belastbarkeit voraus.

Auf einen Blick

Die wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten für eine Tätigkeit als Fluglotse sind also:

  • Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit
  • Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt
  • Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen und gute Beobachtungsgabe
  • technisches und mathematisches Verständnis
  • sehr gute Englischkenntnisse

Wer eine Ausbildung zum Fluglotsen absolvieren kann

Voraussetzung für eine Ausbildung als Fluglotse ist zunächst einmal die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Außerdem müssen angehende Azubis

  • mindestens 18 Jahre und höchstens 24 Jahre alt sein.
  • ihre körperliche Tauglichkeit durch ein medizinisches Tauglichkeitszeugnis nachweisen.
  • einen Nachweis für ihre geistige Eignung und psychische Stabilität erbringen.
  • über Englischkenntnisse auf dem Niveau eines Englisch-Leistungskurses oder eines Sprachzertifikats des Levels C1 verfügen.
  • eine Bestätigung der Zuverlässigkeit von der Luftsicherheitsbehörde einholen.
  • eine Sicherheitsprüfung bestehen, wenn die Arbeit sicherheitsempfindliche Tätigkeiten vorsieht.

Vor Beginn der Ausbildung findet ein Auswahlverfahren statt, bei dem die Bewerber ihre Eignung für den Beruf des Fluglotsen unter Beweis stellen müssen.

Wie die Ausbildung zum Fluglotsen abläuft

Beim Fluglotsen handelt es sich um einen Ausbildungsberuf. Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt. Sie findet in Vollzeit statt und dauert drei Jahre. Dabei gliedert sich die Ausbildung in einen theoretischen und einen praktischen Ausbildungsteil.

1.) Die grundlegende Ausbildung wird als schulische Ausbildung an der Flugsicherungsakademie in Langen durchgeführt. Dabei finden mehrere Ausbildungskurse statt, die jeweils aufeinander aufbauen. Nach jedem Ausbildungskurs werden die Leistungen schriftlich, mündlich oder praktisch überprüft. Am Ende der grundlegenden Ausbildung wird eine Erlaubnisprüfung abgenommen. Im nächsten Schritt kann eine Auszubildendenlizenz erworben werden.2.) Die grundlegende Ausbildung wird durch eine betriebliche Ausbildung in einer Stelle der Flugsicherung ergänzt. Hierbei werden praktische Trainingsphasen absolviert, die Leistungen werden praktisch und schriftlich geprüft. Nach Abschluss der Trainingsphasen wird eine Prüfung abgenommen, durch die Befugnisse für bestimmte Tätigkeiten erworben werden. Im Zuge der betrieblichen Ausbildung findet außerdem die Spezialisierung auf eine Tätigkeit im Tower – als Towerlotse – oder im Kontrollzentrum – als Centerlotse – statt.

Verfügt der Azubi über die Auszubildendenlizenz und hat er im Rahmen der betrieblichen Ausbildung mindestens eine Berechtigung erworben, kann er die Fluglotsenlizenz erhalten. Die Abschlussprüfung wird, ebenso wie übrigens die gesamte Ausbildung, gemäß der Verordnung für Flugsicherungspersonal durchgeführt. Abgenommen wird die Prüfung von einem Prüfungsausschuss, den das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung beruft.

Was ein Fluglotse verdient

Während der grundlegenden Ausbildung, also dem theoretischen Ausbildungsteil, erhält der angehende Fluglotse eine Ausbildungsvergütung von ungefähr 900 Euro brutto pro Monat. Während der betrieblichen Ausbildung, die als praktischer Ausbildungsteil die Einarbeitung in den Beruf umfasst, steigt die Ausbildungsvergütung auf 3.550 bis 5.100 Euro brutto monatlich.

Je nach Arbeitgeber, Aufgabenbereich, Verantwortlichkeit und Berufserfahrung verdient ein Fluglotse dann zwischen 6.100 und 8.500 Euro brutto im Monat.

Hinweis: Die Angaben zum Gehalt stammen von der DFS Deutschen Flugsicherung. Sie sollen der Orientierung dienen, sind aber nicht als verbindliche Angaben zu verstehen.

Welche Karrierechancen ein Fluglotse hat

Um das berufliche Wissen aktuell zu halten und kontinuierlich zu vertiefen, aber auch um den verschiedenen Neuerungen im Bereich des Luftverkehrs, der Luftsicherheit, der Technik und des Rechts folgen zu können, stehen regelmäßig Anpassungsweiterbildungen auf dem Programm. Möchten Fluglotsen auf der Karriereleiter nach oben klettern, bietet sich ein Studium in den Fächern Luftverkehrsmanagement oder Luft- und Raumfahrttechnik an.