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Flugzeug: Geschwindigkeit | Höhe | DruckMit welcher Geschwindigkeit ist ein Passagierflugzeug eigentlich unterwegs? In welcher Höhe fliegt es? Und welche Auswirkungen hat der Druck in der Kabine auf den Fluggast? Antworten auf diese Fragen geben wir hier.

Dass ein Passagierflugzeug schnell unterwegs ist, ist klar. Schließlich dauert ein Flug nur wenige Stunden, selbst wenn der Fluggast ans andere Ende der Welt reist. Genauso ist klar, dass ein Flugzeug in großen Höhen fliegt. Doch wie groß ist die Geschwindigkeit eines Flugzeugs genau? Wie hoch fliegt es? Und warum macht vielen Fluggästen vor allem bei der Landung ein unangenehmer Druck auf den Ohren zu schaffen? Hier sind die Antworten!

Für die Geschwindigkeit gibt es zwei Werte

Für die Geschwindigkeit, mit der ein Flugzeug unterwegs ist, sind zwei Werte von Bedeutung. Denn es gibt zum einen die Airspeed und zum anderen die Groundspeed:

  • Die Airspeed beschreibt die Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zur Luft. Wenn ein Flugzeug fliegt, entsteht an den Steuer- und den Tragflächen eine Luftströmung. Diese Luftströmung bestimmt das aerodynamische Verhalten des Fliegers. Sie entscheidet also beispielsweise darüber, wie viel Auftrieb erzeugt wird oder welche Manöver geflogen werden können. Gemessen wird die Airspeed an der Außenseite des Flugszeugs. Im Cockpit wird die aus aerodynamischer Sicht wichtige Geschwindigkeit auf dem sogenannten Fahrtmesser angezeigt.
  • Die Groundspeed misst die Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zum Boden. Damit entscheidet die Groundspeed darüber, wann das Flugzeug bestimmte Punkte auf der Flugroute passiert und wann es sein Ziel erreicht. Daher ist die Groundspeed eine wichtige Größe aus navigatorischer Sicht. Um die Groundspeed zu ermitteln, kann ein Navigationssystem genutzt werden. Daneben ist möglich, die Groundspeed aus der Airspeed zu errechnen.

Wenn sich ein Fluggast für die Geschwindigkeit eines Flugszeugs interessiert, dann möchte er aber meist keine flugtechnischen Details wissen. Stattdessen gilt sein Interesse der Reisegeschwindigkeit. Und diese liegt je nach Flugzeugtyp bei 800 bis 1.000 Kilometern pro Stunde.

Flugzeuge fliegen rund 10 Kilometer hoch

Ähnlich wie die Reisegeschwindigkeit hängt auch die genaue Reiseflughöhe vom Flugzeugtyp ab. Normalerweise fliegen Passagierflugzeuge aber 8.000 bis 12.000 Meter über dem Boden. Die durchschnittliche Reiseflughöhe liegt somit bei 10.000 Metern. Es kann allerdings durchaus sein, dass sich die Reiseflughöhe während des Flugs kurzzeitig verändert. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Pilot ein Gewitter überfliegen will. Auch Krisengebiete werden oft in größeren Höhen überflogen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das Flugzeug das Gebiet sicher passiert. Denn selbst wenn es in dem Gebiet Kampfhandlungen geben sollte, können die meisten Waffensysteme ein Flugzeug ab einer bestimmten Höhe nicht mehr erreichen.

Ein paar konkrete Flugzeugdaten

Wie schnell und wie hoch ein Flugzeug fliegt, hängt vom jeweiligen Flugzeugmodell ab. Daneben spielt die Route eine Rolle. Und auch das Wetter beeinflusst die Geschwindigkeit. So kann Rückenwind ein Flugzeug beschleunigen, während es von Gegenwind gebremst wird. Damit die Geschwindigkeit und die Höhe etwas anschaulicher werden, hier ein paar Daten von gängigen Passagierflugzeugtypen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken:

FlugzeugmodellMax. ReisegeschwindigkeitMax. Flughöhe
Bombardier CRJ900880 km/h12.500 m
Embraer E195835 km/h12.500 m
Airbus A319/A320/A321840 km/h11.900 m
Boeing 737828 km/h12.500 m
Airbus A380907 km/h13.100 m
Boeing 747920 km/h13.100 m

Die verschiedenen Flugphasen

Ein Flug gliedert sich in mehrere Flugphasen. Den Anfang macht der Start. Nachdem das Flugzeug auf die Startbahn gerollt ist und der Pilot die Startfreigabe vom Fluglotsen im Tower bekommen hat, beschleunigt das Flugzeug innerhalb von wenigen Sekunden von 0 auf bis zu 300 Stundenkilometer. Wie hoch die optimale Startgeschwindigkeit ist, wird zuvor auf Basis des Startgewichts und der äußeren Bedingungen berechnet. Im Anschluss an das Abheben folgt der Steigflug. Der Steigflug dauert zwischen zehn und 20 Minuten. Danach hat das Flugzeug seine Reiseflughöhe von acht bis 12 Kilometern über dem Boden erreicht. Nun kehrt das Flugzeug auch wieder aus seiner Schräglage in eine fast waagerechte Lage zurück. Gleichzeitig sind ab jetzt auch keine Beschleunigungskräfte mehr zu spüren, denn das Flugzeug fliegt konstant in seiner Reisegeschwindigkeit von bis zu 1.000 Stundenkilometern weiter. Deshalb gehen die Anschallzeichen für die Passagiere aus und die Flugbegleiter beginnen mit dem Bordservice. Wenn ein Großteil der Flugstrecke absolviert ist, verlässt das Flugzeug seine Reiseflughöhe und geht in den Sinkflug über. Etwa eine Viertelstunde vor der Ladung beginnt schließlich der Landeanflug, der mit der Landung auf der Landebahn des Zielflughafens endet. Das Flugzeug rollt dann noch in seine Parkposition und die Fluggäste steigen aus.

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Im Flugzeug herrscht ein niedriger Luftdruck

Der Luftdruck in der Kabine ist niedriger als auf dem Boden. Wenn das Flugzeug seine Reiseflughöhe erreicht hat, sinkt der Luftdruck auf rund 760 Millibar. Damit entspricht der Druck im Flugzeug ungefähr dem Niveau, das hoch in den Bergen, beispielsweise auf der Zugspitze, herrscht. Für einen gesunden Menschen sind die veränderten Druckverhältnisse aber kein Problem, denn der Körper kann sich recht schnell darauf einstellen. Die etwas niedrigere Sauerstoffkonzentration in der Kabinenluft kann bei empfindlichen Personen zwar dazu führen, dass sie im Flugzeug beispielsweise nicht gut schlafen können. Doch es wird schon eifrig daran getüftelt, wie der Sauerstoffgehalt in der Kabine leicht erhöht werden könnte, um den Komfort beim Fliegen noch weiter zu verbessern.

Insgesamt sind die veränderten Druckverhältnisse während des Flugs unproblematisch. Dennoch klagen viele Fluggäste über einen unangenehmen Druck auf dem Ohr oder sogar über Ohrenschmerzen. Beim Start gibt es dabei eher selten Probleme. Wenn das Flugzeug abhebt und anschließend steigt, sinkt zwar der Druck in der Kabine. Dadurch entsteht ein Unterdruck in der Kabine und gleichzeitig ein Überdruck im Mittelohr. Diesen Überdruck kann die Eustachische Röhre aber meist beschwerdefrei ausgleichen. Die Eustachische Röhre ist der Verbindungskanal zwischen dem Mittelohr und dem hinteren Rachenraum. Problematischer ist die Landung. Denn hier steigt der Druck in der Kabine wieder. Kann die Eustachische Röhre den Druck nicht richtig ausgleichen, entsteht ein Unterdruck im Mittelohr, der das Trommelfell unangenehm belasten und sogar schmerzhaft sein kann. Und diese Erfahrung machen recht viele Fluggäste.

Tipps gegen Ohrenbeschwerden: Damit es erst gar nicht zu Beschwerden kommt, kann der Fluggast vorbeugen. Dazu kann er herzhaft gähnen, ein Kaugummi kauen oder ein Bonbon lutschen. Dies beschleunigt den Druckausgleich. Ein anderes sehr effektives Instrument ist das sogenannte Valsalva-Manöver. Dabei hält sich der Fluggast bei geschlossenem Mund die Nase zu und presst Luft in den Rachenraum. Dadurch öffnet sich die Eustachische Röhre und ein Druckausgleich kann erfolgen. Ist der Fluggast erkältet oder macht ihm der Druckausgleich größere Schwierigkeiten, kann er etwa eine halbe Stunde vor Beginn des Landeanflugs ein abschwellendes Nasenspray verwenden. Dies sorgt dafür, dass die Verbindungsgänge zwischen den Nasennebenhöhlen und dem Mittelohr wieder frei werden und so den Druckausgleich erleichtern.

Übrigens: Durch den niedrigen Luftdruck in der Kabine verändern sich der Geschmacks- und der Geruchssinn. Dadurch schmecken und riechen Speisen und Getränke im Flugzeug oft besser als auf dem Boden. Und das ist auch ein Grund dafür, warum in Flugzeugen so gerne der Tomatensaft getrunken wird, der am Boden irgendwie muffig schmeckt.