Medikamente gegen FlugangstWegen der Flugangst auf Reisen in die schönsten Länder der Welt verzichten? Wenn das für Sie nicht zur Debatte steht, sollten Sie sich intensiver mit möglichen Medikamenten zur Behandlung Ihrer Flugangst befassen. Der Ansprechpartner ist der Arzt, denn viele der Präparate sind verschreibungspflichtig. 

Es gibt viele Medikamente, die gegen Flugangst helfen können. Nachfolgend erfahren Sie mehr über die Chancen und Risiken einer medikamentösen Behandlung Ihrer Angst. Die Auflistungen können Ihnen helfen, sich zu entscheiden, ob Sie sich wirklich ein Medikament verschreiben lassen möchten oder lieber einen anderen Weg gegen Ihre Flugangst einschlagen wollen.

Voraussetzungen für die Einnahme von Medikamenten gegen Flugangst

Folgende Bedingungen sollten Sie erfüllen:

  • extreme Angst
  • Gespräch mit einem Arzt hat stattgefunden
  • andere Maßnahmen helfen nicht
  • Sie leiden unter Ihrer Flugangst oder müssen Einschränkungen hinnehmen

Vor allem der letzte Punkt ist von großer Bedeutung. Lassen Sie sich nicht von Menschen unter Druck setzen, die Ihre Flugangst nicht verstehen oder nicht akzeptieren wollen.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!

Machen Sie sich bewusst, dass es Ihre Angst ist, nicht die anderer Personen. Entsprechend müssen Sie sich überwinden und auch die nötigen Maßnahmen ergreifen. Sie sind es aber auch, der nach der Entscheidung die Medikamente einnimmt und möglicherweise auch unter den Nebenwirkungen zu leiden hat. Treffen Sie die Entscheidung daher nur für sich und lassen Sie sich keine Schuldgefühle einreden. Das gilt für Familienmitglieder, Lebenspartner, Freunde und Arbeitgeber.

Unterscheiden Sie aber, ob jemand Sie unter Druck setzt oder Ihnen eigentlich helfen will!

Was gehört zum Behandlungsspektrum der Medikamente gegen Flugangst?

Wenn Sie schon vor dem Flug wissen, dass Sie unter extremer Flugangst leiden, haben Sie sicher schon erlebt, dass Sie während eines Flugs die Kontrolle über Ihre Ängste verloren haben. Folgende Symptome sind Ihnen dann bekannt:

  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Übelkeit

Hinzu kommt der starke Drang, sich sofort aus dieser Situation befreien zu wollen. Das kann dazu führen, dass Personen mit starker Flugangst den Flug nicht antreten können. Die aufgezählten Symptome lassen sich durch Medikamente gegen Flugangst ausschalten oder zumindest deutlich reduzieren.

Medikamente vorher testen

Hat der Arzt Ihnen ein Medikament empfohlen, ist es sinnvoll, es vor der Reise auszuprobieren. Das muss nicht im Rahmen einer Stresssituation passieren. Es genügt, wenn Sie sich einen Tag vornehmen, an dem Sie sich ausruhen können. Ein solcher Test gibt Ihnen das Vertrauen in die Wirksamkeit des Medikaments. Allein dieses Wissen kann Ihnen helfen, die Reise entspannt anzutreten.

In Einzelfällen kann sich bei einem solchen Test zeigen, dass das Medikament nicht ausreichend wirkt. Der Arzt wird dann eine Alternative vorschlagen. Hintergrund ist, dass jeder Mensch auf Beruhigungsmittel anders reagieren kann. Dank der großen Zahl der Angebote wird aber für Sie das passende Präparat zu finden sein.

Schulmedizin oder Naturheilkunde gegen Flugangst?

Die Entscheidung zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde muss keine Glaubensfrage sein. Entscheidend ist, was Ihnen hilft. In unserem Ratgeber „Pflanzenheilkunde gegen Flugangst“, „Bachblüten gegen Flugangst“ und „Homöopathie gegen Flugangst“, finden Sie alle Informationen, die Sie für den sanften Weg aus der Angst benötigen. Auch der Beitrag „Akupressur gegen Flugangst“ kann Ihnen in akuten Angstsituationen helfen.

Vor- und Nachteile von Medikamenten aus der Schulmedizin

Die Schulmedizin bietet viele verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente gegen Flugangst. Wenn Sie sich für ein solches Medikament interessieren, sollten Sie wissen, dass Ihre Reaktionsfähigkeit herabgesetzt ist. Einige beruhigende Medikamente können außerdem sehr müde machen.

Wichtige Fragen vor der Reise

Klären Sie vor der Reise mit Ihrem Arzt bzw. Mitreisenden Vertrauenspersonen:

  • Wann müssen Sie das Medikament einnehmen
  • Wie kommen Sie zum Flughafen?
  • Wie lange hält die Wirkung des Medikaments an?
  • Passt die Wirkdauer in die Zeit der Flugreise?
  • Wie kommen Sie am Zielort vom Flughafen zum Hotel?

Sollten Sie regelmäßig oder zum Reisezeitpunkt weitere Medikamente einnehmen, müssen Sie mit dem Arzt oder Apotheker klären, ob es zu Wechselwirkungen kommen kann. Möglich ist, dass sich die Inhaltsstoffe gegenseitig verstärken oder in ihrer Wirkung aufheben.

Psychopharmaka gegen Flugangst

Psychopharmaka beeinflussen das zentrale Nervensystem. Sie nehmen damit Einfluss auf das Verhalten, aber auch auf das Erleben. Für Sie ist wichtig zu wissen, dass Sie damit vermutlich den Flug besser bewältigen, ein Lerneffekt tritt jedoch nicht ein. Zu diesen Mitteln gehören auch Tranquilizer. Sie wurden lange Zeit als harmlos dargestellt, sind es aber nicht, wie man inzwischen weiß. Dennoch können sie bei massiver Flugangst eine große Hilfe sein. So wirken sie:

  • Auf chemischem Weg dämpfend
  • Schlaf anstoßend
  • Lösen Verspannungen
  • Beruhigend
  • Evtl. euphorisierend (heben die Stimmung)

Sie haben auch Nebenwirkungen, die auftreten können, aber nicht müssen. Dazu gehören:

  • Blutdruckabfall
  • Atembeschwerden
  • Muskelschwäche
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • verzögerte Reaktionszeit
  • Benommenheit

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen im konkreten Zusammenhang gehört die paradoxe Reaktion. Davon ist die Rede, wenn Sie nach der Einnahme noch unruhiger werden, anstatt zur Ruhe zu kommen. Das kann passieren, wenn Sie das Mittel z. B. zu spät einnehmen und bereits sehr beunruhigt sind.

Tranquilizer wirken symptomatisch

Flugangst TranquilizerTranquilizer können Ihre Flugangst nicht heilen. Sie können Ihnen bei sehr starker Angst aber über die Situation hinweghelfen. Das kann z. B. dazu führen, dass die Angstphase sich nicht vollständig ausbildet oder auch, dass sie deutlich verkürzt abläuft. Sie erwirken auf chemischem Weg, dass der Neurotransmitterhaushalt ins Gleichgewicht kommt. Neben Tranquilizern kommen aber auch andere Mittel zur Anwendung, wie Antidepressiva (hellen die Stimmung auf, lösen Spannungen). Antidepressiva wirken aber nicht sofort. Sie müssen also schon Wochen vorher eingenommen werden. Sie können in Absprache mit dem Arzt sinnvoll sein, wenn schon der nahende Flugtermin für Angstzustände sorgt.

Was sind Benzodiazepine

Benzodiazepine sind häufig verordnete Psychopharmaka, die auf einen bestimmten Rezeptor im Gehirn wirken. Sie wirken:

  • beruhigend
  • krampflösend
  • emotional dämpfend

Sie bergen allerdings die Gefahr der Abhängigkeit. Vielflieger sollten daher eine andere Methode der Behandlung ihrer Flugangst wählen. Für alle anderen gelten Benzodiazepine als gut geeignet, um eine schwere Angst auslösende Situation zu überstehen. Aber auch hier gilt: Ein Lerneffekt tritt nicht ein, da die Ursache nicht behandelt wird.

Betablocker gegen Flugangst

Betablocker kommen zur Anwendung, weil sie auch für die Behandlung von Ängsten geeignet sind. Auch hier sollen Sie vor allem die starken Begleitumstände von Ängsten beseitigen. Dazu gehören:

  • zu hoher Puls
  • Zittern
  • Schwitzen
  • Verdauungsstörungen

Betablocker wirken aber nicht auf die Nerven. Wenn Sie also sehr nervös sind, sind Betablocker für Sie nicht geeignet. Der Vorteil bei Betablockern ist, dass sie nicht körperlich abhängig machen. Auch eine Müdigkeit tritt nicht ein. Darüber hinaus bleiben Sie in der Lage, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Rezeptfreie Mittel gegen die Flugangst

Zu den rezeptfreien Mitteln gegen Flugangst empfehlen sich die Medikamente aus der Naturheilkunde. Aber auch das Kaugummi darf als bewährtes Hilfsmittel nicht vergessen werden. Kauen beruhigt! Mit ätherischen Ölen angereichert, animiert das Kauen zum tiefen Einatmen. Auch das wirkt Stress entgegen.

Risiken bei der Behandlung von Flugangst mit Psychopharmaka

Behandlung von Flugangst mit PsychopharmakaWenn Sie unter starken Ängsten leiden, sollten Sie Ihre Ängste und die Notwendigkeit des Flugs mit Ihrem Arzt besprechen. Nur wenn er alle Umstände kennt, kann er das für Sie passende Mittel verordnen. Dazu gehört auch die richtige Dosierung. Die „Umweltbedingungen“ während des Flugs weichen erheblich von denen in Ihrem Alltag ab. All das kann Einfluss auf die Wirkung haben. Wenn Sie z. B. stärker schwitzen (hohe Temperatur im Flugzeug oder am Flughafen, Stress) kann es sein, dass Sie die Wirkstoffe schneller wieder verlieren. Auch das müssen Sie bei der Wahl berücksichtigen.