Horrorszenarien – so stoppen Sie die Gedanken in Ihrem Kopf

Wenn die Gedanken rasen, die Angst durch den Körper kriecht und die Sinne beeinträchtigt, wird es bedrohlich. Dann nützt auch das Wissen nichts, dass es keinen vernünftigen Grund gibt. Die Angst ist einfach da und wird immer schlimmer. Aber muss das sein? Nein! Lernen Sie, Ihr Gedankenkarussell zu stoppen und sich zu befreien.

Angst ist ein schreckliches Gefühl – geben Sie Ihrer Angst einen Ausgleich

Wenn Ihre Gedanken zu rasen beginnen, versuchen Sie, sich zurückzuziehen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung. Atmen Sie vor allem tief und konzentriert aus. Bei Angst einflößenden Gedanken erhöht sich die Gefahr des Hyperventilierens, und das macht alles noch schlimmer. Malen Sie, stricken Sie ein kompliziertes Muster, trainieren Sie anspruchsvolle Yogaübungen oder üben Sie sich im Jonglieren. Sie können auch mit Knetmasse hantieren oder einen Kuchen backen, wenn die Situation es erlaubt. So können Sie Ihr Gehirn zur Ordnung rufen. Natürlich müssen Sie diese Ablenkungsmanöver vorher trainieren. Essen, Rauchen oder der Konsum alkoholischer Getränke sind hingegen keine geeigneten Mittel.

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Kennen Sie die Ursache?

Wussten Sie, dass es körperliche Ursachen für Ihr Problem geben kann. Diese Ursachen können sogar harmloser Natur sein. Viele von ihnen lassen sich zudem leicht diagnostizieren. Gehen Sie Ihr Problem ruhig auf mehreren Wegen an, vernachlässigen Sie aber den Arztbesuch nicht. Überlegen Sie vorher, ob sich noch etwas verändert hat. Stellen Sie sich die Frage nach:

  • Schlafstörungen
  • Verdauungsproblemen
  • Konzentrationsstörungen
  • Weitere organische Ursachen

Vitamin- und Mineralmangel, Hormonschwankungen oder auch Autoimmunprozesse, die nicht zwingend bekannt sein müssen, können zusätzlich psychische Probleme verursachen, die kaum auszuhalten sind. Ihr Hausarzt ist Ihr Ansprechpartner. Fragen Sie sich aber auch, ob in Ihrem familiären Umfeld ähnliche Probleme bestehen.

Angststörungen sind die häufigsten psychischen Probleme überhaupt

Wenn Sie unter ihren schrecklichen Gedanken leiden, sind Sie damit absolut nicht allein. Entsprechend können Sie sicher sein, dass Sie diesen Stress nicht aushalten müssen. Wenn Sie mit Ihrem Problem einen Arzt aufsuchen, weil Sie es allein nicht schaffen, bekommen Sie daher auch verschiedene Angebote für eine Therapie. Oder Sie gehen es zunächst selbst an.

Stoppen Sie den Gedankenwahnsinn und akzeptieren Sie sich!

Wenn Sie ein Mensch sind, der leicht zu verunsichern ist und den Krisen aus der Bahn werfen, akzeptieren Sie das. Es bedeutet nicht, dass Sie die Folgen hinnehmen müssen! Auch wenn Sie starke und scheinbar unbesiegbare Menschen bewundern, Sie werden nie so sein. Das macht auch nichts, denn diese starken Persönlichkeiten haben naturgemäß ganz andere Sorgen, die Sie mit Sicherheit auch nicht wollen. Dass Sie sensibler sind, ist kein Charakterfehler, sondern das sind Sie. Wünschen Sie sich also nicht, ein anderer Mensch zu sein!

Bringen Sie Ruhe in Ihre Gedanken

Das haben Sie sicher schon versucht, vermutlich auch schon sehr oft. Erfolgreich waren Sie offenbar nicht, denn sonst würden Sie dieses hier nicht lesen. Vielleicht ist Ihnen genau dieser Fehler unterlaufen: Sie haben versucht, gar nicht mehr zu denken. Das kann Ihnen eines Tages im Zustand absoluter Entspannung und mit viel Übung gelingen, jetzt ist es dafür aber viel zu früh.

Was ist ein Gedankenkarussell?

Ein Gedankenkarussell entsteht, wenn Ihre Fantasie aus einem Auslöser ein Horrorszenario kreiert. Ihre Vorstellungen können schlimmer werden, als jeder Drehbuchautor es zustande bringen kann. Diese Szenarien führen Sie sich wie unter Zwang willentlich vor. Sie geraten so in einen Teufelskreis, denn Ihre Angst vor der Szene wird mit jedem Mal schlimmer. Je länger es andauert, desto ausufernder werden die Ängste. Ihr Gehirn wird zur Produktionsstätte eines Horrorfilms. Lernen Sie, die Regie zu übernehmen.

Der erste Schritt

Beginnen Sie nicht ausgerechnet in einer Stressphase damit, sich beruhigen zu wollen. Wählen Sie einen Zeitpunkt, in dem Sie sich sehr gut fühlen. Achten Sie nun sehr genau auf sich. Beschreiben Sie in Gedanken Ihre Gefühle, aber auch die Umgebung. Genießen Sie die innere Ruhe, aber nehmen Sie sie bewusst wahr. Prägen Sie sich alles ein. Es muss auch nicht bei dieser Situation bleiben. Suchen Sie sich bewusst ein Umfeld, von dem Sie wissen, dass Sie sich dort wohlfühlen. Optimal ist es, wenn es sich um eine ruhige Umgebung handelt. Das muss aber nicht zwingend so sein. Testweise können Sie ebenfalls die Erinnerung mit mehr Unruhe einfangen. Das Gefühl, wenn Sie eine hohe sportliche Leistung erbringen oder im Club zu einem Lied tanzen, das Sie besonders mögen. Vielleicht fällt Ihnen noch eine Situation ein, in der Sie sich vor lauter Euphorie und Begeisterung großartig gefühlt haben.

Der zweite Schritt

Rufen Sie die Erinnerungen ab! Sie sind unterwegs und in Gedanken, vielleicht auch etwas im Stress. Erinnern Sie sich jetzt an die Momente, in denen es Ihnen besonders gut ging. Warten Sie nicht, bis der Stress sich ausbreitet, sondern nutzen Sie die Zwischenphasen, die Sie gut bewältigen können. Stellen Sie den Wecker morgens etwas früher und entspannen Sie sich, bevor Sie aufstehen, denn die ersten Minuten am Morgen können schon ausreichen, Ihre Tagesverfassung zu bestimmen. Und auch am Abend nutzen Sie bitte die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Gehen Sie schlafen, aber nicht ohne Ihre persönliche Entspannungsübung. Sie schlafen dabei ein? Wunderbar! Sie schlafen nicht ein? Fangen Sie von vorn an und lassen Sie die Bilder, Gedanken und Gerüche vorbeiziehen. Haben Sie Geduld mit sich!

Schritt 3 – keine Angst vor dem Scheitern?

Wie lange belastet Sie das Gedankenkarussell schon? Sicher nicht erst seit kurzer Zeit. Erwarten Sie daher nicht, das Sie das Problem innerhalb weniger Wochen in den Griff bekommen. Bleiben Sie aber hartnäckig und lassen Sie sich nicht von Misserfolgen entmutigen.

Schritt 4 – nähern Sie sich Herausforderungen

Sie fangen an, das Erlernte umzusetzen, wenn:

  • Sie von allein zwischendurch Ihre Entspannungsübungen durchführen
  • Sie mit Ihren Entspannungsübungen in Alltagssituationen erfolgreich sind
  • Sie feststellen, dass Sie Ihre Gedanken bereits beeinflussen können

Sie haben die größte Herausforderung bereits bewältigt. Nehmen Sie sich nun weitere Aufgaben vor, aber immer nur eine nach der anderen. Lassen Sie sich auch weiterhin nicht von Misserfolgen entmutigen. Sie wissen jetzt, dass Sie ein sensibler Mensch sind, der empfindlich auf sein Umfeld reagiert. Daran gibt es nichts zu ändern. Es geht nur darum, Ihr Gedankenkarussell stoppen zu können, wenn es „durchdreht“. Machen Sie sich bewusst, dass es bei unangenehmen oder bedrohlichen Erfahrungen Rückschläge geben wird. Sie werden Sie dann aber schneller in den Griff bekommen, als es beim ersten Lernprozess der Fall war.

Gedanken zu Beruhigungsmitteln

Wenn Sie zum Arzt gehen oder mit Menschen sprechen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wird das Gespräch früher oder später sicher auch auf Beruhigungsmittel kommen. Wenn Sie die Situation nicht mehr ertragen und Ihr Arzt es empfiehlt, probieren Sie es aus. Machen Sie sich aber bewusst, dass das Medikament nur das Symptom dämpft, nicht aber die Ursache. Es kann Ihnen aber helfen, wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich Entspannung überhaupt anfühlt. Wenn Sie ein extrem gestresster Mensch sind, ist es durchaus möglich, dass dieses Wissen für Sie z.Z. Nicht abrufbar ist. Beruhigungsmittel können also ein vorübergehendes Hilfsmittel sein, ein Heilmittel sind Sie nicht. Das finden Sie nur in sich selbst.

Fazit zur Flugangst

Auch wenn Sie regelmäßig fliegen, eine Flugreise ist und bleibt ein besonderes Erlebnis. Es ist natürlich, dass es Sie als sensiblen Menschen mehr beunruhigt, als so manchen anderen.

Die wichtigsten Tipps:

  • Versuchen Sie nicht, sich abzuhärten
  • Planen Sie den Tag und schieben Sie das Thema dann zur Seite. Es ist jetzt nicht relevant
  • Achten Sie auf ausreichende Ruhephasen
  • Ablenkung ist absolut erlaubt

Ihre Chancen stehen nun gut, dass sich Ihr Gedankenkarussell vor der Reise nicht verselbstständigt.

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