Lebenskrisen und Flugangst – die Angst als Spiegel

Lebenskrisen und FlugangstSie leiden plötzlich unter Flugangst? Der Auslöser könnte in Ihrer Vergangenheit liegen. Finden Sie ihn und lernen Sie, diesen und arbeiten Sie ihn auf.zen. Sie werden sich wundern, denn es kann funktionieren und Sie sind Ihre Flugangst los.

Vor Lebenskrisen kann sich niemand schützen. Sie kommen meist unerwartet, und ehe Sie sich versehen, wünschen Sie sich nichts mehr, als einen unaufgeregten Alltag. Das Gefährliche an Krisen ist, dass sie nicht nur für uns selbst eine schwere Herausforderung sind, sie haben oft auch Folgen, die zu Beginn noch gar nicht erkennbar sind. Um die Krisen zu bewältigen, müssen eine Reihe von Phasen durchlebt werden, die unterschiedlich schwer zu ertragen sind und vielleicht sogar Lebenspläne über den Haufen geworfen werden müssen.

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Abwarten oder aktiv werden?

Natürlich werden Sie in Ihrem Leben schon Krisen erfolgreich gemeistert haben. Gerade deshalb fragen Sie sich vielleicht, ob es nicht sinnvoller ist, die kritischen Phasen einfach abzuwarten, anstatt sich aktiv dagegen zur Wehr zu setzen. Dazu ein wichtiger Hinweis: Sie sind für Ihre Gefühle verantwortlich. Vor allem Wut und Angst können Sie selbst beeinflussen. Dazu müssen Sie sich aus dem Teufelskreis der schädlichen Gedanken befreien.

Keine schädlichen Gedanken!

Sie können die Situation vermutlich nicht ändern, sondern müssen sie aushalten. Aber niemand zwingt Sie, sich das Entsetzen wieder und wieder vor Augen zu führen. Das machen Sie tatsächlich selbst. Wenn Sie erst einmal den Schock überwunden haben, richten Sie Ihre Konzentration nach vorn. Wenn Wut und Trauer wieder aufflammen, ist das normal. Richten Sie sich wieder auf und  sehen Sie nach vorn. Lassen Sie sich nicht in einen emotionalen Sumpf ziehen.

Das Leben geht weiter – das will niemand hören

Wer sich einer schweren Lebenskrise stellen muss, kann mit dem Satz: „Das Leben geht weiter“, kaum etwas anfangen. Je nach Ereignis kann diese Ansprache sogar wütend machen oder auch verzweifelt. Sie sehen, jemand will Sie trösten und aufmuntern und Sie sind noch zu sehr in Ihren negativen Gefühlen gefangen, um positiv zu denken. Glauben Sie nicht, dass Sie aufgrund der Dinge, die Ihnen widerfahren sind, gar nicht anders können. Niemand erwartet von Ihnen oder verlangt sogar, dass Sie sich so verhalten, als sei nichts gewesen. Erlauben Sie sich dennoch Auszeiten von den negativen Gefühlen. Tun Sie Dinge, die sich gut anfühlen. Sie haben nicht nur ein Recht darauf. Sie sind Ihrer Gesundheit verpflichtet.

Art der Krise ist für die Bewältigung fast nebensächlich!

Das wussten Sie vermutlich noch nicht. Es spielt keine Rolle, was genau die Krise ausgelöst hat. Das kann der Verlust eines Menschen sein, aber auch Probleme in der Beziehung oder am Arbeitsplatz. Auch Geldsorgen und Krankheiten können Krisen verursachen. Niemand ist immer gleich emotional stabil. Deshalb kann Sie die Krise auch treffen, wenn Sie lediglich Zeuge eines Unglücks sind und Ihnen bewusst wird, dass es keine Selbstverständlichkeit für Glück und Stabilität gibt.

Das Roller Coaster Modell

Roller Coaster ist das englische Wort für Achterbahn und wird von Psychologen auch für die Bewältigung von Lebenskrisen verwendet. Entwickelt wurde das Roller Coaster Modell von den Wissenschaftlern Joe B. Hurst und John W. Shephard.

Es wird in folgende Phasen unterteilt und realisiert sich durch ein ständiges Auf und Ab

  • Vorahnung
  • Schock
  • Trauer
  • Anstrengung
  • Sorge
  • Leugnung
  • Wut

Diese Phasen können unterschiedlich lange dauern und müssen auch nicht vollständig durchlebt werden. Es ist durchaus möglich, dass es gelingt, sich daraus zu befreien. Ist das nicht der Fall, geht es weiter mit den Phasen:

  • Aufgabe
  • Depression
  • Hoffnung
  • Enthusiasmus
  • Überwindung
  • Neuer Zyklus

Kommen weitere belastende Faktoren hinzu, nimmt die Entwicklung möglicherweise auch einen besonders stockenden Verlauf. Aber niemand ist diesen Prozessen ausgeliefert! Es ist darüber hinaus wichtig, sich daraus zu befreien, denn sonst drohen weitere Symptome, zu denen auch die Flugangst gehören kann.

Raus aus der Krise – weitere Probleme vermeiden!

Lebenskrisen sollte jeder ernst nehmen. Die Kunst besteht aber darin, sie nicht zusätzlich zu verstärken. Das darf aber nicht zu Verdrängungsmechanismen führen. Wer Tiefschläge ignoriert, kann den emotionalen Kollaps zu einem späteren Zeitpunkt erleben, der dann kaum noch mit der früheren Krise in Verbindung gebracht wird.

Hinsetzen, sammeln, reflektieren

Die zentralen Fragen sind:

  1. Was ist schiefgegangen?
  2. Was war überhaupt beeinflussbar?
  3. Welche Maßnahmen können jetzt helfen?

Vermeiden Sie es, in der Krise zu verharren oder zu verdrängen unbedingt. Holen Sie sich notfalls professionelle Hilfe, ganz besonders wenn Depressionen drohen. Deshalb ist es wichtig, in Bewegung zu bleiben. Erweist sich also eine Strategie als Lösung untauglich, muss eine neue her. Wenn Sie jetzt nachdenken und sich an eine Krise erinnern, die Ihnen wirklich zu schaffen gemacht hat und die nicht ganz aufgearbeitet ist, haben Sie hier eine mögliche Ursache für Ihre Flugangst. Nein, es ist nicht zu spät, aber Sie müssen zurück in die Vergangenheit und sich der ungelösten Aufgabe stellen. Das kann auch einfach nur bedeuten, dass Sie für sich ein Scheitern zugestehen, die Ursachen analysieren und Konsequenzen für sich daraus ziehen, inklusive Verhaltensänderungen.

Analysieren Sie sich und finden Sie sich!

Natürlich können Sie nicht alle Lebensträume verwirklichen und natürlich werden Sie auch in Zukunft Einschränkungen hinnehmen müssen, die mehr oder weniger gravierend sein werden. Sie werden aber auch Ziele verwirklichen. Die Voraussetzung ist, dass Sie sie hartnäckig verfolgen. Dazu müssen Sie wissen, was Sie wollen. Sie müssen sich das Rüstzeug verschaffen, den Weg zum Ziel bewältigen zu können und Sie müssen Ihren Weg Schritt für Schritt gehen. Abkürzungen gibt es keine. Wenn Sie also nach einer Lebenskrise Ängste entwickelt haben, wie die Flugangst eine ist, dann haben Sie womöglich versucht, eine Abkürzung zu nehmen. Ihre Flugangst ist Ihre Chance, es jetzt im zweiten Anlauf richtig zu machen.

Die wichtigsten Fragen an Sie

Was passiert eigentlich, wenn Sie mit Ihrem Vorhaben nicht scheitern? Schreiben Sie sich diese Voraussagen auf. Hier haben Sie Ihre Ziele. Wählen Sie sich davon drei aus, die besonders nah und realistisch sind und fangen Sie an. Machen Sie sich auf den Weg. Erlauben Sie sich Zuversicht und Selbstvertrauen. Mit jedem kleinen Erfolg werden Sie stärker und die Folgen Ihrer Lebenskrise schwächer. Ihr Roller Coaster wird immer flacher und irgendwann ist er nur noch eine flache Hügellandschaft, die sie nur noch vage daran erinnert, wie viel Kraft sie Sie einmal gekostet hat.

Ihr Fazit

Finden Sie sich nicht mit Ihrer Flugangst ab, wenn es Sie belastet. Die Chancen stehen gut, dass Sie sich selbst helfen können, wenn Sie sich intensiv auch mit den unangenehmen Dingen in Ihrer Vergangenheit befassen. Setzen Sie sich Ziele, verlieren Sie sich nicht in Dingen, die nicht so gut gelaufen sind und fassen Sie Ihr Ziel fest ins Auge.

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