Nasenbluten beim Fliegen – wie kann das sein?

Infos zu Nasenbluten beim Fliegen
Die trockene Luft an Bord begünstigt Nasenbluten beim Fliegen.

Sie sitzen im Flieger und freuen sich darauf, dass der langersehnte Urlaub bald beginnt. Doch dann bemerken Sie, dass Blut aus Ihrer Nase läuft. – Keine Frage, so eine Situation ist natürlich alles andere als angenehm. Aber in den meisten Fällen ist sie völlig harmlos. Und Nasenbluten beim Fliegen kommt gar nicht so selten vor. Denn die trockene Luft in der Kabine und die laufende Klimaanlage können dazu führen, dass die sensiblen Nasenschleimhäute austrocknen. In der Folge können die feinen Gefäße einreißen. Wir erklären die Ursachen von Nasenbluten und geben Ihnen Tipps, was Sie dagegen tun können.

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Wenn Sie beim Anblick eines Flugzeugs ohnehin schon ein mulmiges Gefühl haben oder unter echter Flugangst leiden, können Sie Nasenbluten beim Fliegen natürlich nicht auch noch brauchen. Selbst für einen Fluggast, der gerne fliegt, ist Nasenbluten unangenehm. Doch wenn sich zu der Flugangst auch noch Nasenbluten dazugesellt, wird die Situation doppelt schlimm.

Deshalb gleich vorweg: Nasenbluten beim Fliegen ist kein Grund zur Panik! Und das Nasenbluten ist auch kein Alarmzeichen Ihres Körpers, mit dem er auf Ihre Flugangst reagiert. Die beiden Sachen haben nichts miteinander zu tun. Dass Nasenbluten auftritt, liegt in den meisten Fällen einfach nur an der trockenen Luft im Flugzeug.

Was genau ist Nasenbluten?

Von Nasenbluten wird gesprochen, wenn plötzlich aus einem oder beiden Nasenlöchern Blut tropft. Das ist nicht angenehm, aber in den meisten Fällen harmlos. Schätzungen zufolge hatte rund jeder zweite Erwachsene schon mindestens einmal in seinem Leben Nasenbluten.

Wie alle anderen Schleimhäute ist auch die Schleimhaut der Nase stark durchblutet. Gleichzeitig besteht die Nasenschleimhaut aus feinen, zarten Gefäßen. Wenn die Schleimhaut nun austrocknet, zum Beispiel weil die Luft durch die Heizung oder die Klimaanlage trocken ist, können die Gefäße leicht einreißen. Und weil die Nasenschleimhaut durchblutet wird, tritt das Blut durch die kleinen Risse aus. Die Folge ist, dass das Blut aus der Nase herausläuft.

Die Blutgerinnung bewirkt, dass die Risse verschlossen werden. Deshalb ist das Nasenbluten normalerweise nach wenigen Minuten schon wieder vorbei. Und auch wenn es beim Anblick der blutigen Taschentücher vielleicht anders erscheint, ist der Blutverlust sehr gering.

Problematisch wird es erst, wenn die Blutung bei Erwachsenen länger als 20 Minuten und bei Kindern mehr als zehn Minuten lang ununterbrochen stark anhält. Dann muss ein Arzt her.

Was können die Ursachen von Nasenbluten sein?

Werden die zarten Gefäße in der stark durchbluteten Nasenschleimhaut verletzt, kommt es zu Nasenbluten. Dabei treffen im vorderen, unteren Teil der Nase gleich mehrere Blutgefäße aufeinander. Deshalb entstehen rund 90 Prozent aller Blutungen hier. Und sie sind so gut wie immer ungefährlich.

Problematischer sind Blutungen, die im hinteren, oberen Teil der Nase entstehen. Dass so eine Blutung vorliegt, merken Sie daran, dass das Blut nicht aus der Nase läuft. Stattdessen fließt es größtenteils den Rachen hinunter.

Die Ursachen für das Nasenbluten liegen entweder im Bereich der Nase und der Nasennebenhöhlen. Dann handelt es sich um eine sogenannte lokale Ursache. Oder die Ursachen sind systemisch bedingt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Nasenbluten eine Begleiterscheinung von einer Erkrankung oder die Nebenwirkung von einem eingenommenen Medikament ist.

Lokale Ursachen für Nasenbluten

Es kann schon genügen, dass Sie einmal kräftig ins Taschentuch schnäuzen oder mit dem Finger in der Nase bohren, um die empfindlichen Gefäße zu verletzen. Und vor allem dann, wenn die Nasenschleimhaut ohnehin schon trocken und gereizt ist, kommt es schnell mal zu Nasenbluten. Die Heizung, die Klimaanlage, aber auch Allergien wie beispielsweise Heuschnupfen sind Faktoren, die der Nasenschleimhaut zu schaffen machen.

Eine Erkältung kann ebenfalls Nasenbluten begünstigen. Um die sensible Nasenschleimhaut nicht noch zusätzlich zu irritieren, sollten Sie abschwellende Sprays und Tropfen deshalb wenn überhaupt, dann nur über einen sehr kurzen Zeitraum verwenden. Ist die Schleimhaut stark angegriffen, kann es nämlich auch spontan, scheinbar grundlos zu Nasenbluten kommen.

Ein Schlag auf die Nase, ein Sturz und ähnliche äußere Einwirkungen können weitere Ursachen für Nasenbluten sein. Gleiches gilt, wenn sich Kleinkinder Fremdkörper wie Erbsen, Nüsse, Perlen oder Knöpfe in die Nase stecken und dadurch ihre Nasenschleimhaut verletzen.

Daneben können Veränderungen an der Nasenscheidewand oder im Bereich der Nasenhöhlen und Nasennebenhöhlen zu wiederholtem Nasenbluten in unterschiedlichen Stärken führen. Wirklich ernsthafte Krankheitsbilder wie Tumore sind aber sehr selten.

Systemische Ursachen von Nasenbluten

Manchmal kann Nasenbluten zusammen mit einer ernsthaften Grunderkrankung auftauchen oder ein Vorzeichen dafür sein. Vor allem Erkrankungen der Nieren und Gefäß-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Arteriosklerose zählen dabei zu den sogenannten systemischen Auslösern.

Daneben begünstigen fieberhafte Infektionen wie Masern oder Grippe Nasenbluten. Das liegt daran, dass die Nasenschleimhäute wegen der fiebrigen Erkrankung noch stärker durchblutet werden, als ohnehin schon. Das ist normal, weil der Körper versucht, so gegen die Krankheit anzukämpfen. Nur kann die stärkere Durchblutung eben in Nasenbluten enden. Ähnlich sieht es aus, wenn die Nasenschleimhaut wegen einer Allergie oder einer Erkältung entzündet ist.

Auch Patienten, die die Bluterkrankheit, Leukämie oder eine angeborene Funktionsstörung der Blutplättchen haben, neigen öfter zu Nasenbluten.

Wenn Sie regelmäßig Nasenbluten haben, sollten Sie sicherheitshalber dem HNO-Arzt einen Besuch abstatten. Wie stark das Nasenbluten ist, spielt keine Rolle. Der Arzt kann die Ursache abklären. Das ist wichtig, um eine ernsthafte Grunderkrankung auszuschließen.

Nasenbluten als Nebenwirkung von Medikamenten

Es gibt Medikamente, die die Blutgerinnung im Körper hemmen. Umgangssprachlich werden sie auch Blutverdünner genannt, der medizinische Fachbegriff für sie lautet Antikoagulanzien. Die Medikamente fördern die Durchblutung und lassen das Blut schneller fließen, ohne dass es gleich gerinnt. Gleichzeitig erhöhen sie aber die Neigung zu Blutungen und begünstigen damit auch Nasenbluten.

Zu diesen Medikamenten gehören Präparate mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure (ASS) und Cumarin. Bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder Gefäßverengungen können solche Medikamente helfen. Nur können sie eben auch dazu führen, dass es öfter mal zu Nasenbluten kommt.

Nasenbluten in der Schwangerschaft und bei Kindern

In der Schwangerschaft erhöht der Körper die Durchblutung aller Schleimhäute. Deshalb haben Schwangere häufiger Nasenbluten. Das ist aber überhaupt kein Grund zur Sorge und völlig ungefährlich.

Auch Kinder und Jugendliche neigen mitunter zu Nasenbluten. Dieses tritt im vorderen Teil der Nase auf, oft ohne Fremdeinwirkung oder anderen ersichtlichen Grund. Solches Nasenbluten ist harmlos. Die Ursache sind meist Wachstumsschübe.

Nasenbluten beim Fliegen – 5 Tipps

Wie Sie jetzt wissen, kann Nasenbluten verschiedene Ursachen haben. Doch in fast allen Fällen ist das Nasenbluten nicht gefährlich, sondern lediglich lästig und unangenehm.

Und wenn bei Ihnen Nasenbluten nur beim Fliegen auftritt, können Sie sich ziemlich sicher sein, dass die trockene Luft an Bord der Übeltäter ist.

Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass Sie ernsthaft krank sind. Genauso müssen und sollten Sie das Nasenbluten nicht als Symptom Ihrer Flugangst deuten. Ihr Körper löst kein Nasenbluten aus, um den Stress zu kompensieren. Das macht er durch Symptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche oder gefühlte Atemnot.

Nasenbluten ist die Folge von minimalen Rissen in der Nasenschleimhaut. Steigern Sie sich also nicht in eine Panik hinein. Denn dazu gibt es keinen Grund.

Bleibt aber die Frage, was Sie konkret tun können, wenn es zu Nasenbluten beim Fliegen kommt. Schließlich soll der Spuk ja möglichst schnell wieder vorbei sein. Wir haben fünf Tipps für Sie, wie Sie dem Nasenbluten vorbeugen und im Ernstfall richtig reagieren.

1. Ernähren Sie sich gesund und trinken Sie genug.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung hält nicht nur Ihren Körper fit, sondern kann auch einem Nasenbluten vorbeugen. Dazu sollten Sie zum einen Obst und Gemüse essen, das Vitamin C enthält. Zum anderen sollte öfters grünes Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Kohl auf Ihrem Speiseplan stehen. Grünes Gemüse ist nämlich reich an Vitamin K. Dieses Vitamin ist für die Blutgerinnung notwendig.

Wichtig ist außerdem, dass Sie genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Der Körper braucht generell ausreichend Flüssigkeit. Doch gleichzeitig hilft Trinken dabei, die Nasenschleimhaut feucht zu halten. Dadurch trocknet sie nicht so schnell aus und reißt folglich auch nicht ein.

2. Übertreiben Sie die Nasenhygiene nicht.

Ähnlich wie die Ohren reinigt sich auch eine gesunde Nase von alleine. Sie brauchen Ihre Nase deshalb nicht ständig zu putzen oder zu spülen. Nur wenn Sie Schnupfen haben, ist ein gelegentliches Schnäuzen sinnvoll.

Wenn Sie Nase putzen, dann gehen Sie dabei behutsam vor. Vermeiden Sie übermäßigen Druck. Und bohren Sie nicht in der Nase. Auch Wattestäbchen und ähnliche Dinge haben in der Nase nichts zu suchen.

3. Halten Sie Ihre Nasenschleimhaut feucht.

Die Hauptursache für Nasenbluten ist eine trockene oder gereizte Nasenschleimhaut. Zu Hause sollten Sie deshalb der trockenen Heizungsluft mit Luftbefeuchtern oder großen Topfpflanzen entgegensteuern. Ist Ihre Nasenschleimhaut empfindlich oder angegriffen, sollten Sie zu Hause und im Auto außerdem besser auf die Klimaanlage verzichten.

Sie können Ihre Nasenschleimhaut aber auch ganz gezielt befeuchten, indem Sie diese mit einer Kochsalzlösung spülen oder die Lösung inhalieren. In der Apotheke oder im Drogeriemarkt können Sie sich dafür eine spezielle Nasendusche besorgen. Genauso effektiv ist, wenn Sie Salzwasser im Topf erwärmen, Ihren Kopf darüber beugen und die Dämpfe durch die Nase einatmen.

4. Reagieren Sie ruhig und besonnen, wenn das Nasenbluten beim Fliegen auftritt.

Tritt das Nasenbluten im Flugzeug auf, geht es darum, die Blutung zu stoppen. Und effektive Maßnahmen dafür sind folgende:

  • Setzen Sie sich aufrecht hin und halten Sie Ihren Kopf gerade oder beugen Sie ihn nach vorne. Das verringert den Blutdruck im Kopf.
  • Drücken Sie Ihre Nasenflügel immer wieder mit dem Daumen und dem Zeigefinger zusammen. Dadurch stoppt die Blutung.
  • Atmen Sie auch weiterhin durch die Nase. Wenn Sie nur durch den Mund atmen, wird er auch trocken. Das veranlasst den Körper dazu, die Durchblutung der Schleimhäute noch zu erhöhen. Außerdem riskieren Sie, dass Sie panisch werden. Atmen Sie deshalb ganz normal und ruhig weiter.
  • Bitten Sie die Stewardess oder den Flugbegleiter darum, Ihnen ein kaltes, nasses Tuch oder einen Kühl-Pack zu bringen. Diesen legen Sie sich in den Nacken. Das führt zu einem Reflex, durch den sich die Blutgefäße in der Nase zusammenziehen.
  • Sie können zur Toilette gehen und sich kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen. Auch das bewirkt, dass sich die Blutgefäße verengen.

Legen Sie aber auf keinen Fall Ihren Kopf in den Nacken! Denn das hätte zur Folge, dass das Blut nach hinten in den Rachen läuft und von dort aus über die Speiseröhre in den Magen gelangt. Ihnen könnte infolgedessen übel werden, eventuell müssten Sie sich sogar übergeben.

Und: Auch wenn Ihnen schlecht wird, Sie Kopfweh bekommen oder sich unwohl fühlen, sollten Sie nicht zu einem Medikament mit Acetylsalicylsäure (also z.B. Aspirin) greifen. Denn dadurch gerinnt das Blut schlechter und das Nasenbluten geht weiter.

Verzichten Sie auch darauf, sich die Nase mit dem Taschentuch auszustopfen. Das mag zwar die Blutung stoppen. Beim Herausziehen könnten Sie die Schleimhaut aber wieder verletzen. Dann war die Mühe umsonst.

5. Nehmen Sie sicherheitshalber eine Nasensalbe ins Handgepäck.

In der Apotheke gibt es spezielle Nasensalben und Nasenöle, die bei Nasenbluten helfen. Sie enthalten Wirkstoffe wie zum Beispiel Dexpanthenol. Wenn Sie wissen, dass Ihnen die trockene Luft an Bord zu schaffen macht, können Sie sicherheitshalber so ein Präparat mit ins Handgepäck nehmen.

Wie bei allen Medikamenten gilt aber, dass Sie sich zuvor mit Ihrem Arzt besprechen oder sich zumindest in Apotheke ausführlich beraten lassen sollten. Zumal gerade Salben, Öle und Sprays für die Nase in aller Regel nicht für eine dauerhafte Anwendung gedacht sind.

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