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Was passiert bei der WasserlandungLanden auf dem Wasser? Für jeden Menschen mit Flugangst ist das eine Horrorvorstellung. Nicht nur Nichtschwimmer fürchten die Landung auf dem Meer. Doch wie wahrscheinlich ist eine solche Aktion wirklich, wie läuft sie ab und welche Risiken gibt es? Eines der großen Missverständnisse bei Menschen mit Flugangst ist, dass der Pilot die Maschine in einer Notsituation sofort landen können muss. Das ist nicht so. Situationen, die eine sofortige Landung erfordern, sind sehr selten. Das liegt an den umfangreichen Sicherheitsmechanismen und an der Tatsache, dass Flugzeuge heute so gebaut sind, dass sie sehr weit segeln können und lange manövrierfähig bleiben, auch wenn vielleicht Systeme ausfallen. Aus diesem Grund sind auch viele wichtige Funktionen manuell auslösbar.

Hilflos über den Meeren?

Meere sind riesig und die nächste Landebahn ist weit entfernt? Ganz so ist es bei der Flugplanung nicht, denn auch über den Meeren gibt es einen klar definierten Luftraum. Innerhalb dieses Luftraums werden die Flüge geplant. Das Ziel ist, dass ein Flugzeug nicht weiter als eine Stunde vom nächsten geeigneten Flughafen entfernt ist. Eine Stunde ist die Zeit, die ein Flugzeug segeln kann, für den unwahrscheinlichen Zufall, dass beide Triebwerke ausfallen. Sollte das passieren, leiten die Piloten ein „Drift Down Procedure“ ein. Das ist das Verfahren, das dem Flugzeug den Segelflug ermöglicht.

Sicherheitsmechanismen für Flüge über Ozeane

Sicherheitsmechanismen für Flüge über OzeaneSogar schwere Passagiermaschinen sind dazu in der Lage, lange Strecken zu segeln, denn eines der wichtigsten Ziele der Flugzeugbauer ist, Passagiere und Maschine heil wieder auf festen Boden zu bringen. Dennoch kann es passieren, dass eine Landung auf dem Wasser nötig wird. Aber selbst wenn es dazu kommt, bleibt meist genügend Zeit zur Vorbereitung. Darüber hinaus ist wichtig zu wissen, dass nicht jedes Verkehrsflugzeug die Genehmigung bekommt, ein Meer zu überfliegen. Die wird nur erteilt, wenn die Maschine über entsprechende Sicherheitsmechanismen verfügt. Diese Bestimmungen gelten nicht für alle Flugzeuge, wohl aber für Verkehrsflugzeuge.

Vorbereitung zur Landung auf dem Wasser

Wird die Landung auf dem Wasser nötig, werden natürlich die Fluggäste darüber informiert. Das geschieht so ruhig und sachlich wie möglich. Dennoch ist die Situation auch für die Crew ein Stressfaktor, denn solche Manöver sind extrem selten. Vorbereitet sind sie dennoch, denn für das Notwassern gibt es strikte Pläne, die den Mitarbeitern gut vertraut sind. Es ist lebenswichtig, dass sie die Vorgehensweise regelrecht abspulen können, denn so können sie dafür sorgen, dass das Verletzungsrisiko gering ist. Die Maschine sollte zudem möglichst unbeschadet aufsetzen.

Kann ein Flugzeug schwimmen?

Damit ein Flugzeug schwimmen kann, muss der Rumpf dicht sein. Das ist im Normalfall nicht so, denn schließlich gibt es Ventile und Stellen, an denen ein Luftaustausch stattfindet. Im Cockpit befindet sich ein zusätzlicher Schalter, der es den Piloten ermöglicht, den Rumpf des Flugzeugs abzudichten. Damit wird er schwimmfähig. Die Voraussetzung ist natürlich, dass der Rumpf des Flugzeuges nicht beschädigt wird.

Notwassern ist eine Ausnahme

Notwassern ist eine AusnahmeDie Landung auf dem Wasser ist so ungewöhnlich und spektakulär, dass die Medien umfangreich darüber berichten. Um einen spannenden Beitrag zu verfassen, wird dabei mit Sicherheit auch auf vergleichbare Ereignisse verwiesen. So kann der Eindruck entstehen, dass Notlandungen auf dem Wasser häufig sind. Aus der Distanz betrachtet und unter Berücksichtigung der großen Anzahl der Flüge, bleiben solche Vorkommnisse aber selten. Die spektakulärste Landung auf dem Wasser war sicher die auf dem Hudson-River im Jahr 2009. Die Landung gilt bis heute als fliegerische Meisterleistung, mit der der Pilot eine Katastrophe abwenden konnte. Von den 155 Passagieren des Airbus kam niemand ums Leben. Das Flugzeug trieb auf der Oberfläche. Grund für das Manöver war eine Kollision mit einem Vogelschwarm.

Notwassern bleibt eine Ausnahme

Natürlich versuchen die Piloten außerdem, das Notwassern zu verhindern, denn der Untergrund Wasser ist problematisch für eine Landung. Die Wetterbedingungen und der Seegang spielen dabei eine wichtige Rolle. Hoher Wellengang schließt aber das Notwassern nicht aus. Der Pilot wird den Wellengang aber beim Aufsetzen berücksichtigen. Außerdem ist die Bergung der Passagiere eine große Herausforderung.

Das Ditching

Ditching ist die beabsichtigte und kontrollierte Landung auf einem Gewässer mit einem Landflugzeug. Das kann das Meer sein, aber auch ein Fluss, wie es am Beispiel des Hudson-River deutlich wird. Ein Fluss kann sich anbieten, wenn der Pilot den nächsten Flughafen nicht mehr erreicht.

Gründe für das Notwassern

Es gibt verschiedene Gründe für die Landung auf dem Wasser.

  • Überflug über ein Gebirge bei einer Notsituation
  • Überflug einer Stadt bei einer Notsituation
  • Überflug eines Waldes bei einer Notsituation

Notsituationen, die eine schnelle Landung erfordern

In den seltenen Ausnahmefällen, in denen eine schnelle Landung erfolgen muss, kann es sich um folgende Gründe handeln:

  • Feuer an Bord
  • Vereisung
  • Treibstoffmangel
  • Alle Piloten drohen auszufallen
  • schwerstes Unwetter, das nicht umflogen werden kann
  • schwere Mängel am Flugzeug (z. B. durch Beschädigung während des Flugs, z. B. durch Kollision mit Vogelschwarm)

Was macht der Pilot?

Der Pilot wird versuchen, möglichst in Landnähe zu wassern. Die „Landung“ erfolgt dann parallel zum Ufer. Ist er zu weit auf dem Meer, wird er sich bemühen, in der Nähe eines Schiffes zu wassern, um eine schnelle Rettung der Passagiere und der Crew zu gewährleisten. Ist das Meer ruhig, landet er gegen den Wind. Sollte das Meer unruhig sein, landet er parallel zu den Wellen und setzt möglichst auf einem Wellenkamm auf. Für gewöhnlich handelt es sich beim Wasser um eine heckbetonte Dreipunktlandung.

So bleibt der Flugzeugrumpf unversehrt

So bleibt der Flugzeugrumpf unversehrtDer Pilot wird darauf achten, dass die Maschine möglichst waagerecht bleibt und mit beiden Tragflächen gleichmäßig aufsetzt. So wird verhindert, dass sich die Maschine beim Aufsetzen überschlägt. Das Fahrwerk wird nicht ausgefahren (Ausnahme Segelflugzeuge, die sonst ins Wasser eintauchen). Wenn die Triebwerke unter den Tragflächen liegen, reißen sie beim Aufsetzen für gewöhnlich ab. Beim Bau der Maschinen wird darauf geachtet, dass sie so abreißen, dass der Rumpf des Flugzeuges nicht beschädigt wird. Direkt vor dem Aufsetzen betätigt der Pilot außerdem den „Ditch mode“, der die Klappen schließt. Es ist normal, dass die Maschine nach dem Aufsetzen noch einmal hochspringt und dann erst auf dem Wasser bleibt. Sie kann auch kurz untertauchen, taucht im Anschluss aber wieder auf. Sie kommt allein durch den Reibungswiderstand zum Halt. Bremssysteme gibt es keine, sie sind auch nicht notwendig.

Was müssen Passagiere beim Notwassern wissen

Es gibt gesetzliche Bestimmungen darüber, was die Crew den Passagieren über ein mögliches Notwassern vor dem Start erklären muss. Diese Erläuterungen sind wichtig. Dabei erfahren die Reisenden u.a., wo die Rettungswesten liegen und wie sie zu benutzen sind. Wichtig zu wissen ist auch:

[

  • Notwassern ist eine sehr harte Landung!
  • Der Pilot fliegt das Flugzeug bis zuletzt!

/su_list]

Nach der Landung werden die Türen entriegelt, sobald der Druck ausgeglichen ist. Auch wenn das Flugzeug schwimmfähig ist, sollte es so schnell wie möglich verlassen werden. Die besonderen Bedingungen:

  • Schock oder große Angst
  • eiskalte Luft
  • eiskaltes Wasser

Die Angst ist das größte Problem. Wenn Passagiere in Panik geraten und ihre Rettungswesten schon im Flugzeug aktivieren, passen sie nicht mehr durch die Tür. Das gilt natürlich auch für Rettungsinseln.

Was passiert zum Schluss im Cockpit?

Flugangst Was macht der PilotPilot und Co-Pilot arbeiten Hand in Hand. Der Pilot fliegt die Maschine, der Co-Pilot setzt auf mehreren Wegen Notrufe ab, die aufgrund der Vorgehensweise auch von den Empfängern vorrangig behandelt werden. Er meldet:

  • Zeitpunkt des Aufsetzens
  • Zahl der Passagiere an Bord
  • Grund für das Notwassern

Sobald das Flugzeug „steht“, verlassen die Piloten und die Crew zusammen mit den Passagieren die Maschine über die Notrutsche. Die Notrutsche befindet sich in der Tür und wird durch einen Mechanismus ausgelöst. In einigen Fällen handelt es sich dabei auch um das spätere Rettungsboot.

Sammeln und auf Hilfe warten

Zu diesem Zeitpunkt ist Hilfe schon unterwegs. Mit den Rettungswesten ist ein Ertrinken unmöglich. Sehr viel größer ist die Gefahr von Unterkühlungen, weshalb die Passagiere so schnell wie möglich in die Rettungsinseln müssen. Das kann bei

  • Dunkelheit
  • Nebel
  • hohem Seegang

schwierig werden. Deshalb finden sich an der Rettungsinsel und an den Rettungswesten Lichtsignale. Zur Rettungsweste gehört außerdem eine Trillerpfeife.

Fazit – Notwassern

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Flugreisender eine solche Situation erlebt, ist verschwindend gering. Es gibt zudem sehr viele Sicherheitsmaßnahmen, die das Überleben sichern. Dazu gehören auch regelmäßige Schulungen der Crew.