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Schwangerschaft und Flugangst

Schwangere Frau mit Flugangst – Was tun?

Schwanger fliegen? Frauen, die unter Flugangst leiden, werden sich vermutlich nun erst recht weigern. Aber was ist, wenn sich der Flug nicht vermeiden lässt, längst gebucht oder sogar beruflich verpflichtend ist? Was ist, wenn ein Umzug ansteht und sich die Distanz nur mit dem Flugzeug überwinden lässt? Nachfolgend sollen die wichtigsten Fragen beantwortet werden.

Ist es erlaubt, schwanger zu fliegen?

Ein Arzt kann Ihnen den Flug nicht verbieten. Ganz sicher werden Sie aber auf Ihren Arzt hören wollen, wenn er eine Empfehlung ausspricht. Für gewöhnlich wird er Ihnen nicht abraten, wenn die Schwangerschaft unauffällig verläuft.

Das Flugpersonal kann aber die Mitnahme verweigern. Dafür sind jedoch sehr plausible Gründe nötig. Ein solcher Grund kann sein, wenn die Schwangere sichtbar in den Wehen ist. Die Entscheidung fällt dann im Sinne der Gesundheit von Mutter und Kind. Aber auch bei fortgeschrittener Schwangerschaft kann sich eine Fluggesellschaft weigern, werdende Mütter mitfliegen zu lassen. Manche Airlines nehmen die 28. Schwangerschaftswoche als Grenze. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Mutterpass vorlegen können.

Es kann daher nötig sein, eine Unbedenklichkeitserklärung des Arztes vorzulegen. Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie sich bei der Fluggesellschaft Ihrer Wahl daher vorher erkundigen, bis zu welcher Schwangerschaftswoche Sie mitgenommen werden. Achten Sie unbedingt auch auf die Einreisebestimmungen. In einige Länder lässt man Sie mit fortgeschrittener Schwangerschaft nur mit einer Ausnahmegenehmigung einreisen. Hintergrund ist, dass Ihr Kind möglicherweise im Fall einer früheren Geburt Staatsbürger des Besucherlandes wird. Die Begleitung einer Geburt ist zudem sehr kostenintensiv. Daher kann es passieren, dass man von Ihnen den Nachweis einer Krankenversicherung einfordert, die im Falle einer medizinischen Betreuung die Kostenübernahme garantiert. Das ist keine Schikane, sondern eine wichtige Vorsorgemaßnahme, die Sie in jedem Fall ernst nehmen sollten.

Mit diesen Vorbedingungen sollten Sie während der Schwangerschaft nicht fliegen:

  • vorangegangene Fehlgeburt
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Erkrankungen von Herz und Kreislauf
  • Risikoschwangerschaft aus anderen Gründen

Flugangst und Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft steht unter starkem hormonellen Einfluss. Mit dem Wissen um die bestehende Schwangerschaft ändert sich das Leben der werdenden Familie grundlegend. Es ist daher nicht ungewöhnlich, wenn Flugangst dazu kommt. Das kann auch Frauen passieren, die noch nie Probleme mit dem Fliegen hatten. Faktoren, die die Ängste verstärken können, sind:

  • langes Warten auf die Schwangerschaft
  • Probleme während dieser oder einer früheren Schwangerschaft
  • Zukunftsängste

Betroffen sind auch Frauen, die bereits Kinder zur Welt gebracht haben und auch die werdenden Väter sind nicht sicher vor Ängsten. Deshalb ist es wichtig, dass sich beide intensiv mit den bestehenden Unsicherheiten befassen und sie gemeinsam bewältigen.

Druck von außen kann Flugangst verstärken

Druck von außen - FlugangstMit der Bekanntgabe der Schwangerschaft kommt es häufig dazu, dass das nahe Umfeld, bestehend aus Familienmitgliedern und Freunden, Druck ausübt. Das geschieht zwar nicht in böser Absicht, kann das junge Glück aber schwer belasten. Besonders häufig sind Paare betroffen, die ihr erstes Kind erwarten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich in dieser Phase besonders viele Menschen motiviert fühlen, Ratschläge zu erteilen. Das kann Unsicherheiten fördern und Ängste schüren. Wehren Sie sich dagegen. Auch wenn Sie von der vielen plötzlichen Fürsorge berührt sind, lassen Sie nicht zu, dass andere die Kontrolle über Ihr Leben übernehmen. Ob, wann und wie Sie fliegen, sollte das Thema zwischen den zukünftigen Eltern und dem betreuenden Arzt sein. Reagieren Sie deshalb früh, bestimmt und selbstbewusst. Andernfalls riskieren Sie, dass Sie abhängig und ängstlich werden:

  • entscheiden Sie früh, wessen Rat Sie annehmen wollen
  • verlassen Sie sich auch auf Ihren gesunden Menschenverstand
  • freuen Sie sich auf Ihr Baby und ernähren Sie sich gesund

Es ist wichtig, dass Sie sich früh genug mit Ihrem Partner als Familie definieren. Hier dürfen sich auch die zukünftigen Väter angesprochen fühlen. Wenn Sie als werdender Vater den Eindruck bekommen, dass Ihre Frau von der Verwandtschaft und Freunden vereinnahmt und beeinflusst wird, stellen Sie sich höflich aber bestimmt dazwischen. Sie, Ihre Frau und das wachsende Baby sind der Mittelpunkt. So können Sie die Gefahr übertriebener Ängste erheblich mindern.

Der Flug ist geplant, die Angst ist groß

Angst ist großEs gibt viele Gründe, während der Schwangerschaft zu fliegen. Vielleicht hatten Sie den Flug schon vor der Schwangerschaft gebucht. Vielleicht möchten Sie auch das letzte Mal nur als Paar einen Urlaub verleben. Viele Schwangere fliegen auch Langstrecken, ohne dass es zu Problemen kommt. Wenn Ihre Schwangerschaft unauffällig verläuft und der Arzt keine Einwände hat, spricht nichts dagegen. Achten Sie aber bei der Zielauswahl darauf, dass die klimatischen Bedingungen nicht zu anstrengend sind. Bei der Flugplanung gibt es auch einiges zu beachten, ganz besonders, wenn Sie wissen, dass Sie unter Flugangst leiden.

Während der Schwangerschaft dürfen Sie viele Medikamente nicht einnehmen. Das müssen Sie bei der Flugplanung bedenken, wenn Sie neben Flugangst auch unter weiteren Symptomen, wie Übelkeit oder Schwindel leiden. Ganz sicher wird es in Ihrem Umfeld auch Menschen geben, die Ihre Flugangst bestärken, weil man Ihnen in die Planung hineinredet. Es kann also sinnvoll sein, die Planung nicht mit jedem Bekannten zu debattieren.

Welche Risiken drohen tatsächlich während der Schwangerschaft?

Folgende Risiken wird Ihnen Ihr Arzt mitteilen, wenn Sie ihn um seine Einschätzung bitten. Mögliche Gefahren beschränken sich für gewöhnlich auf Langstreckenflüge.

Dazu gehören:

Schließen Sie in jedem Fall eine Reiserücktrittversicherung ab. Dann sind Sie freier und können sich notfalls umentscheiden. Die beste Zeit in der Schwangerschaft ist das zweite Trimenon. Die ersten drei Monate gelten allgemein als kritisch und über den Wolken sind die Möglichkeiten einer medizinischen Versorgung minimal. In den letzten drei Monaten können vor allem Langstreckenflüge zu anstrengend sein. Bedenken Sie, dass Sie in Ihrem Sitz nur wenig Platz haben. Der Druck auf den Bauch kann außerdem hoch sein. Sollte der Flug etwas unruhiger verlaufen, haben Sie zudem aus Sicherheitsgründen keine Möglichkeit, aufzustehen und sich zu strecken.

Hilfe gegen die Flugangst während der Schwangerschaft

Achten Sie vor allem auf Ihre Atmung. Folgendes kann Ihnen helfen, sich während des Fluges zu entspannen:

  • Ablenkung durch Gespräche
  • Vorfreude zulassen
  • beruhigende Tees
  • Berührungen

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Partner. Eine angeregte Unterhaltung kann innere Unruhe lösen. Freuen Sie sich auf eine ganz besondere Zeit. Während des Fluges können Sie sehr gut Zukunftspläne schmieden. Bei der Wahl des Tees achten Sie darauf, dass sie für Schwangere geeignet sind. Wenn Sie sichergehen wollen, nehmen Sie sich eine Teemischung aus der Apotheke mit und bitten Sie das Flugpersonal um heißes Wasser für Ihren Tee. Ihr Partner kann ebenfalls viel dazu beitragen, dass Sie zur Ruhe kommen. Legen Sie eine Hand in seine, während er mit der anderen langsam und mit leichtem Druck darüber streicht. Sie können sich außerdem vor dem Flug beruhigende Akupressurpunkte zeigen lassen. Die Punkte können Sie auch selbst behandeln, z.B. wenn Sie allein fliegen.

Beförderungsbestimmungen in Deutschland:

Schwangerschaft & Fliegen

 

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