Sicherstes FlugzeugWelches sind die sichersten Flugzeugtypen? Welche Rolle spielt das Alter eines Flugzeugs? Wo befindet sich der sicherste Platz im Flieger? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier!

Dass die Flugzeugbauer Flieger nach dem neuesten Stand der Technik bauen, versteht sich von selbst. Gleichzeitig wird fleißig geforscht und weiterentwickelt, um die Flugzeuge umweltfreundlicher, sparsamer im Verbrauch und leiser zu machen. Und natürlich sollen die Flieger Komfort bieten und einen Flug sowohl für die Passagiere als auch für die Besatzung so angenehm wie möglich machen. Aber das ist noch längst nicht alles. Ein ganz zentraler Aspekt ist nämlich die Sicherheit. Schließlich bringt der schönste, größte und modernste Flieger nichts, wenn er sein Ziel nicht erreicht. Doch aus welchem Werk kommen die sichersten Flugzeuge? Und wo im Flieger sitzt der Passagier am sichersten?

Das sind die 4 sichersten Flugzeugtypen

Es gibt unzählige Statistiken rund um die Luftfahrt und die Flugsicherheit. Angefangen beim jährlichen Flugaufkommen über die sichersten Fluggesellschaften, die größten Flughäfen oder die längsten Flugrouten bis hin zu den schwersten Flugzeugunglücken wird so ziemlich alles erfasst und ausgewertet. Und natürlich wird auch ermittelt, welche Flugzeugtypen besonders sicher sind. Allerdings kommen die Statistiken mitunter zu unterschiedlichen Ergebnissen. Dies wiederum erklärt sich damit, dass verschiedene Daten zugrunde gelegt werden. So nehmen einige Statistiken nur Flugzeuge in die Bewertung auf, die aktuell in Betrieb sind. Andere Ranglisten berücksichtigen nur Flugzeuge, die in Betrieb sind und auch weiterhin gebaut werden. Wieder andere Rankings beziehen Flieger erst dann ein, wenn vom jeweiligen Typ eine bestimmte Mindestzahl produziert wurde. Hinzu kommt, dass selbst die aktuellen Statistiken immer nur Zahlen aus dem Vorjahr auswerten können.

Ein Blick auf verschiedene Sicherheitsrankings zeigt aber, dass es die vier großen Flugzeugbauer sind, die sich die besten Plätze sichern:

1.) Airbus ist vor allem mit den Flugzeugen aus der A320-Familie regelmäßig auf den ersten Plätzen in Sicherheitsrankings zu finden. Ob der klassische A320, der Mittelstreckenjet A319 oder der Mittelstreckenjet A321: Sie alle gelten als sehr sichere Flugzeuge. Der erste A320 wurde 1987 verkauft, der A321 absolvierte 1993 seinen Jungfernflug und der A319 fliegt seit 1995. In all den Jahren wurden mehrere tausend Flugzeuge der A320-Familie gebaut und verkauft.

2.) Boeing schafft es ebenfalls gleich mit mehreren Fliegern in die Listen der sichersten Flugzeuge. So gibt es da zum einen die Boeing 737-Familie, deren Flugzeugtypen zu den am häufigsten gebauten Flugzeugen überhaupt gehören. Zum anderen gibt es die Maschinen der Boeing 747-Familie, ebenfalls echte Verkaufsschlager. Hinzu kommt der Langstreckenjet Boeing 777, der seit Mitte der 1990er-Jahre in den Lufträumen der Welt unterwegs ist.

3.) Bombardier geht zum einen mit seinen Canadair Regional Jets der Baureihe 700-1000 ins Rennen. Zum anderen zählen die Flieger der Typen CRJ-100, CRJ-200 und CRJ-440 zu den sichersten Flugzeugen der Welt.

4.) Embraer kann ebenfalls mit zwei Flugzeugtypen aufwarten, die regelmäßig auf den vorderen Plätzen in den Sicherheitsrankings vertreten sind. Der erste Typ sind die Flieger der ERJ-145-Familie, die seit 1995 gebaut und verkauft werden. Der andere Typ sind die Flugzeuge aus der E-170-Familie. Sie werden seit 2002 geflogen.

Letztlich spielt der Flugzeugtyp aber nur eine untergeordnete Rolle. Denn pauschal ist es kaum möglich, das sicherste Flugzeug zu benennen. So müsste beispielsweise allein schon zwischen Mittelstreckenjets und Langstreckenfliegern unterschieden werden. Hinzu kommt, dass ein Zwischenfall mit einem Flugzeugtyp die Sicherheitsrangliste eines Jahres gehörig durcheinanderwirbeln kann, in der Langzeitbilanz aber kaum ins Gewicht fällt. Und – und das ist wohl das Entscheidende: Alle Flugzeuge werden regelmäßig gecheckt und gewartet. Treten technische Mängel auf oder sind die Sicherheitsstandards nicht (mehr) erfüllt, bleibt der Flieger am Boden.

Ein älterer Flieger ist nicht unsicherer

Das Alter eines Flugzeugs lässt keine direkten Rückschlüsse auf seine Sicherheit zu. Oder in anderen Worten: Ein älteres Flugzeug muss nicht sicherer oder unsicherer sein als ein neuer Flieger. Passagierflugzeuge sind heutzutage im Normalfall für eine Betriebsdauer von 30 Jahren oder genauer von 60.000 Flugstunden konzipiert. Und ein 20 Jahre altes Flugzeug lässt sich nicht mit beispielsweise einem Auto vergleichen, das 20 Jahre auf dem Buckel hat. Denn innerhalb der EU regeln Vorschriften, dass ein Flugzeug regelmäßig geprüft und gewartet werden muss. Durch diese strengen Vorgaben ist gewährleistet, dass die Sicherheitsstandards eingehalten sind. Dabei reichen die Maßnahmen von kurzfristigen Kleinreparaturen bis hin zum sogenannten D-Check. Beim D-Check, der alle sechs bis zehn Jahre durchgeführt wird, wird der Flieger komplett zerlegt, überarbeitet und anschließend wieder zusammengebaut. Ein Flieger, der schon einige Betriebsstunden hinter sich hat, steht einem neuen Flugzeug in Sachen Sicherheit also grundsätzlich in nichts nach.

Und wer sich für Zahlen interessiert:

Die ältesten Flieger sind bei afrikanischen Fluggesellschaften in Betrieb. Die Flotten der südamerikanischen Fluglinien sind im Durchschnitt 17 Jahre alt, Flugzeuge der nordamerikanischen Airlines haben im Schnitt 13 Jahre auf dem Buckel. Fluggesellschaften in Europa haben durchschnittlich elf Jahre alte Flieger. Mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren haben die asiatischen Airlines die jüngsten Flotten.

Einen sichersten Platz im Flieger gibt es nicht

Die Sicherheit eines Flugszeugs hängt nicht vom Modell oder der Fluggesellschaft ab. Denn jeder Flieger wird regelmäßig geprüft und gewartet. Das ist durch strenge Vorschriften geregelt und Grundvoraussetzung für die Betriebserlaubnis. Aber gibt es vielleicht so etwas wie den sichersten Platz im Flugzeug? Also einen Platz, bei dem die Chancen ein Flugzeugunglück zu überleben, besonders hoch sind? 4

Hier lautet die Antwort (leider) ganz klar und eindeutig: Nein. Denn jeder Zwischenfall und jedes Flugzeugunglück verläuft anders. Dennoch hat die jeweilige Sitzplatzwahl Vor- und Nachteile:

  • Bei einem Sitzplatz im Bereich der Notausgänge ist die Beinfreiheit am größten. Und falls es zu einem Notfall kommen sollte, verlassen die Passagiere in diesem Bereich den Flieger zuerst.
  • Im mittleren Bereich der Maschine, auf Höhe der Tragflächen, befindet sich der Schwerpunkt des Flugszeugs. Deshalb sind hier Bewegungen des Fliegers sowie der Start und die Landung am wenigsten zu spüren. Nachteil ist aber, dass der Weg zu den Ausgängen und zu den Toiletten recht lang sein kann.
  • Im vorderen Bereich des Fliegers spürt der Passagier recht deutlich, wenn das Flugzeug startet oder durch Turbulenzen fliegt. Dafür ist er aber schnell an seinem Platz und gehört nach der Landung zu den Ersten, die aussteigen.
  • Im hinteren Bereich fühlen sich der Start und die Landung ähnlich an wie das Schaukeln auf einer Wippe. Und auch bei Turbulenzen sind die Bewegungen des Fliegers hier am deutlichsten zu spüren. Dabei sind die Bewegungen umso stärker wahrnehmbar, je weiter hinten der Sitzplatz ist, denn dadurch vergrößert sich der Abstand zum Schwerpunkt in Höhe der Tragflächen. Sind die Triebwerke am Heck untergebracht, kann es außerdem recht laut werden. Hinzu kommt, dass der Gast mit wartenden Passagieren neben seinem Sitz rechnen muss, wenn die Toiletten hinten im Flieger sind.

Auf den ersten Blick scheinen Passagiere, die hinten im Flieger sitzen, bei einem Unfall etwas bessere Überlebenschancen zu haben. Denn ein Flugzeug bewegt sich nach vorne und wegen dieser Vorwärtsbewegung ist der Bug meist der erste Kontaktpunkt. Aber in der Realität kommt es eben doch immer auf den Ablauf im Einzelfall an.

Und auch wenn es zynisch klingt:

Jeder Unfall trägt dazu bei, dass das Fliegen noch etwas sicherer wird. Denn die Flugzeugbauer und die Fluggesellschaften erarbeiten Lösungen, damit sich ein solcher Vorfall nicht noch einmal wiederholt.