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Wahrscheinlichkeit FlugzeugabsturzZahlreichen Statistiken zufolge ist das Fliegen die sicherste Fortbewegungsmöglichkeit. Doch wie sicher ist das Fliegen wirklich? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes? Und warum berichten die Medien so oft über Flugzeugunglücke, wenn das Fliegen doch so sicher ist? Wir geben Antworten.

Mal berichten die Medien über einen Flugzeugabsturz in den Bergen oder über dem Meer, mal von einem Flugzeugabschuss über einem Krisengebiet und mal über einen Flugzeugunfall auf einem Flughafen. Angesichts solcher Meldungen haben viele Fluggäste ein mulmiges Gefühl, wenn sie in ein Flugzeug steigen. Zumal sich die Flugzeugunfälle in jüngerer Vergangenheit zu häufen scheinen. Andererseits geht aus zahlreichen Statistiken verschiedener Organisationen und Luftsicherheitsunternehmen hervor, dass das Fliegen sicher ist. Die Statistiken ziehen positive Bilanzen und belegen, dass das Fliegen sogar immer sicherer wird. Doch wie passt das zusammen? Wie sicher ist das Fliegen wirklich? Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, ein Unglücksflugzeug zu erwischen?

Beim Fliegen kommen mehrere Angstfaktoren zusammen.

Das Flugzeug gehört längst zu den gängigen Verkehrsmitteln. Abgesehen von Personen, die aus beruflichen Gründen ständig mit dem Flugzeug reisen, ist das Fliegen für viele zwar nicht so alltäglich wie Fahrten mit dem Auto, dem Bus oder dem Zug. Aber wenn es darum geht, Verkehrsmittel und Fortbewegungsmöglichkeiten aufzuzählen, ist das Flugzeug immer dabei. Trotzdem löst das Fliegen ein mulmigeres Gefühl aus als andere Fortbewegungsarten. Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass viele Fluggäste eben nur einmal im Jahr mit dem Flugzeug in Urlaub fliegen, während sie mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch täglich unterwegs sind. Es fehlt also an einer gewissen Routine. Ein anderer Grund ist, dass Fluggäste beim Fliegen die Kontrolle komplett abgeben müssen. Sie müssen der Technik und der Besatzung vertrauen. Denn es ist nicht möglich, das Steuer selbst in die Hand zu nehmen, zwischendurch anzuhalten oder einfach auszusteigen. Dazu kommt, dass sich ein Flugzeug nicht auf dem vertrauten, festen Boden bewegt, sondern in ernormen Höhen unterwegs ist. Auch der begrenzte Platz in der Kabine, den sich der Fluggast mit vielen Fremden teilen muss, spielt eine Rolle. Zusammen mit den vielen Krisenherden weltweit und der insgesamt gestiegenen Angst vor Terroranschlägen ist verständlich, wenn die Unsicherheit steigt und sich Ängste breit machen.

Die Wahrscheinlichkeit eines Flugzeugabsturzes lässt sich ausrechnen

Flugzeugabsturz Wahrscheinlichkeit

Rein von den Zahlen ausgehend, ist die Wahrscheinlichkeit, als Passagier Opfer eines Flugzeugabsturzes zu werden, also verschwindend gering. Zumal die Rechnung alle tödlichen Flugzeugunfälle einbezieht, nicht nur Flugzeugabstürze. Und ein Flugzeugabsturz endet keinesfalls immer tödlich. Ganz im Gegenteil stehen die Überlebenschancen bei einer Bruchlandung erstaunlich gut. Auch wenn es natürlich immer auf die Umstände des konkreten Einzelfalls ankommt. Luftsicherheitsexperten haben jedenfalls ausgerechnet, dass ein Fluggast über einen Zeitraum von rund 6.500 Jahren jeden Tag fliegen müsste, um ein sicherer Kandidat für einen Flugzeugabsturz zu werden. Selbst die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz erschlagen zu werden, ist deutlich höher, als bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen. Solche Rechnungen sind auch durchaus einleuchtend. Schließlich reisen jedes Jahr rund 3,5 Milliarden Passagiere mit dem Flugzeug, während nur wenige hundert Todesopfer zu beklagen sind.

Die gefühlte Häufung von Flugzeugunfällen liegt an der Verteilung

Dennoch bleibt eine Frage: Wie es sein kann, dass die Statistiken zu positiven Ergebnissen kommen und eine immer höhere Sicherheit verzeichnen, wenn sich gerade in der jüngeren Vergangenheit die Anzahl der tödlichen Flugzeugunfälle zu häufen scheint? Auch hierfür gibt es eine Erklärung: Verantwortlich ist die Verteilung. Oder, wie es im statistischen Fachjargon heißt, die Fluktuation. Eine Statistik bildet immer nur einen Durchschnitt ab. Sie betrachtet einen bestimmten Zeitraum und setzt alle Werte aus diesem Zeitraum ins Verhältnis zueinander. Dass sich in einem Zeitraum mitunter Zwischenfälle häufen, ist letztlich einfach nur Zufall. Und solche Häufungen sind nicht ungewöhnlich. Es kam und kommt immer mal wieder vor, dass sich innerhalb kurzer Zeit mehrere Flugzeugunfälle ereignen und dann monatelang wieder alles ruhig bleibt.

Übrigens: Dieses Phänomen kann jeder im alltäglichen Leben beobachten und hat es vermutlich auch schon selbst erlebt. So muss beispielsweise das Auto in die Werkstatt und es stellt sich heraus, dass eine größere Reparatur ansteht. Wenige Tage später geht die Waschmaschine kaputt. Und zu allem Überfluss handelt sich die Person auch noch eine böse Erkältung ein, die sie tagelang außer Gefecht setzt. In der aktuellen Situation scheinen sich die unangenehmen Ereignisse zu häufen. In der Bilanz für das ganze Jahr fallen die Ereignisse aber kaum ins Gewicht. Denn statistisch gesehen gab es drei Vorfälle in 365 Tagen. Die Quote für ein Negativerlebnis lag somit bei 1 : 122.

Hinzu kommt, dass die Medien dazu neigen, Flugzeugkatastrophen sehr ausführlich zu behandeln. Anders als ein Autounfall, der meist gar nicht erwähnt wird, beherrscht ein Flugzeugunglück oft tagelang die Schlagzeilen. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass es häufiger zu Flugzeugunfällen kommt. Zumal die Medien auch nicht darüber berichten, wenn es in einem bestimmten Zeitraum keinerlei nennenswerte Zwischenfälle gab.

Statistiken müssen aus dem statistischen Blickwinkel betrachtet werden

Natürlich sind Statistiken nur nackte Zahlen. Und auch wenn diese Zahlen mitunter sehr beeindruckend sind, muss der Betrachter berücksichtigen, wie die Ergebnisse zustande kommen. So spielt nicht nur eine Rolle, wer die Daten erhoben hat. Genauso wichtig ist, welche Daten überhaupt in die Analyse eingeflossen sind und wozu sie ins Verhältnis gesetzt wurden. Flugzeugkatastrophen beispielsweise, die wie Abschüsse auf Terror- oder Sabotageakte zurückgehen oder durch den geplanten Selbstmord eines Piloten initiiert wurden, werden in Unfallstatistiken normalerweise nicht eingerechnet. Denn es handelt sich dabei zwar um tödliche Vorfälle, aber eben nicht um echte Flugzeugunfälle im klassischen Sinne. Und auch die Rechengrößen spielen eine Rolle. So macht es einen Unterschied, ob mit allen Flugzeugen oder nur mit Passagierflugzeugen ab einer bestimmen Größe, ob mit allen Flügen oder nur mit Direktflügen, ob mit Flügen oder Passagierzahlen und ob mit Flugkilometern oder Flugstunden gerechnet wird. Zudem muss eine Statistik mit Blick auf die Fragestellung, die ihr zugrunde liegt, betrachtet werden. Will die Statistik ausdrücken, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Fluggast sicher an seinem Ziel ankommt? Oder wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass sein Flieger abstürzt? Um die Aussagekraft einer Statistik einschätzen zu können, muss der Betrachter also statistisch denken.

Fliegen ist sicher!

Tatsächlich können Statistiken die Angst vor einem Flugzeugabsturz ohnehin nicht zerstreuen. Und sie werden jemandem, der Flugangst hat, seine Angst nicht nehmen. Denn zum einen heißt eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit ja nicht, dass der Fluggast nicht ausgerechnet einer der wenigen Pechvögel in einer Unfallmaschine sein könnte. Zum anderen ist Flugangst kein Ergebnis von rationalen Überlegungen. Objektiv betrachtet mag Flugangst unbegründet sein, subjektiv ist sie aber da und real. Trotz allem lässt sich an der Tatsache, dass das Fliegen tatsächlich zu den sichersten Reisearten gehört, nicht rütteln. Und je häufiger der Fluggast die Erfahrung macht, dass er einen angenehmen Flug hatte und wohlbehalten an seinem Ziel angekommen ist, desto angstfreier wird er in den Flieger steigen.